Nutzungsmuster – Formen und Gründe

A Intro

Weltweit, ob in Städten oder auf dem Land, bestehen augenfällig und hörbar (!) spezialisierte Nutzungszonen. Überall kommt es zu funktionsräumlichen Differenzierungen: Büronutzungen neigen zur Clusterbildung, Wohneinheiten, Gewerbebetriebe, Industrieanlagen, logistische Einrichtungen und – besonders ausgeprägt – Einzelhandelsbetriebe.

Sortierungsprozesse laufen automatisch ab. Planungseingriffe können sie beschleunigen oder verzögern, nicht aber dauerhaft außer Kraft setzen. Die Gesetze menschlicher Raumorganisation überspülen Planungskonstrukte, wenn diese elementare Mechanismen missachten. So erweist sich manche Stein gewordene Idee im Nachhinein als schwerwiegende Hypothek. – Für Bauherren, Projektentwickler, Anleger, Investoren, Nutzer. Vorsicht ist stets geboten, wenn Planung Funktionen vermengen will, die auseinander streben.

Grundsätzlich gilt: Nutzungen sortieren sich. Immer, überall auf der Welt. Vertikal, horizontal, diagonal (niveaubezogen). Hier stellt sich eine Kernfrage:

Eine Antwort bietet sich an:

B Triebkräfte der Nutzungssortierung

Tatsächlich wirkt der oben genannte Sachverhalt raumordnend, doch bildet er lediglich die Oberfläche, nicht die Triebfedern ab. Es lassen sich vier maßgebliche Steuerungsgrößen auszufiltern:

1 Ertragsgrundlage "Erreichbarkeit"

Unzugängliche Orte entziehen sich einer unmittelbaren Nutzung: Wo niemand hinkommt, kann keiner etwas tun. Gewiss lässt sich an solchen Orten verdienen: Der Verkauf von Mondgrundstücken belegt es und manche Sternwarte verdient an Besucherblicken auf Antares. Womöglich beäugen Antarianer unsere Welt. Sofern sie zur Arbeit, zum Einkauf, zur Schule fahren, zum Markt oder in die Kneipe gehen, gibt es auch dort verschiedenartige Funktionsräume und Zonen unterschiedlichen Nutzwertes. Das Streiflicht in die Ferne ist nicht aus der Luft bzw. dem Sonnenwind gegriffen: Zugänglichkeit bzw. Erreichbarkeit ist ein universell wertbestimmendes Moment. Unterschiedliche Grade alltagsbedeutsamer Erreichbarkeit übersetzen sich in räumlich abgestufte Nutzungsdichten.

Erreichbarkeitsmoment bestimmen über die Bedeutung von Orten:

1.1 Erreichbarkeitsgrad differenziert Nutzungen

Unterschiedliche Erreichbarkeiten schaffen Zonen unterschiedlicher Nutzungen. Der geschulte Blick liest entsprechende Bezüge aus Stadtplänen und Regionalkarten ab; die meisten Betrachter ohne fachliche Vorkenntnis sehen ein scheinbar unsortiertes Mosaik.