Broker versus Makler

Listingsysteme

MLS ermöglicht Immobilienvermittlern eine umfangreiche Möglichkeit des Datenaustausches. Dazu werden die Daten aller verfügbaren Häuser und Grundstücke miteinander verknüpft. In Nordamerika werden MLS von Privatpersonen, Maklerfirmen, Vereinigungen von Realtors oder von Handelsorganisationen verwaltet. Die meisten MLS setzen strenge Restriktionen für den Zugang und ihre Nutzung voraus. Oft wird zugleich die Mitgliedschaft in einer lokalen Vereinigung der NAR vorausgesetzt. Die meisten Systeme schließen so auch Privatverkäufer aus, die als For Sale By Owner (FSBO) agieren wollen. Neben Objektdaten wie etwa geografische Lage, Preisspannen, Preis pro Quadratmeter und Größe des Objekts finden zunehmend auch sozio-ökonomische Daten Eingang in das System. Hier zeigt sich, wie insbesondere kleinere, lokal abhängige Makler von diesem System profitieren können.

Das größte MLS ist MRIS und hatte nach eigenen Angaben im Jahr 2005 rund 60 Milliarden US-Dollar Umsatz generiert. Es war an der Vermittlung von 150.000 Transaktionen beteiligt. 309.341 Listings gab es im Jahr 2006.

In einer empirischen Studie von Zupano und Elder konnte außerdem nachgewiesen werden, dass der Vorteil von Frachising für Maklerfirmen unter anderem in der Variabilisierung von Fixkosten liegt und dass Unternehmen, die sich einem etablierten Franchise-System anschließen, den Nettogewinn um durchschnittlich neun Prozent erhöhen. Viele Frachise-Geber wählen für ihre Preispolitik eine Discountstrategie oder "fixed fee". Dies bedeutet, dass Franchise-Nehmer eine fixe, zumeist monatliche Gebühr unabhängig von erzielten Umsatzerlösen an ihre Franchise-Geber zahlen müssen.

Markenrelevanz

Ein hoher Markenwert löst eine erhöhte Zahlungsbereitschaft bei Kunden aus, die sich mit der Marke identifizieren können. Laut einer Studie von PricewaterhouseCoopers macht die Marke 65 Prozent des Unternehmenswertes aus. Um einen Markenwert zu generieren, muss sie mit positiven Assoziationen in den "Köpfen der Kunden" verankert werden. Um ein Alleinstellungsmerkmal herausbilden zu können, müssen diese Assoziationen stark, einzigartig und vorteilhaft sein.

In internationalen empirischen Studien ist die Relevanz der Marke für Immobilienmakler bis heute noch nicht untersucht worden. Glaubt man jedoch Expertenaussagen der NAR, so spielt die Marke auch im Immobiliengeschäft eine große und immer bedeutendere Rolle. Dies wird durch eine Studie von Bradin und Cronin unterstrichen, welche die Gesamtqualität einer Dienstleistung in direkten Zusammenhang mit der Wahrnehmung einer Marke stellte. Demnach ist das Bilden einer starken und bekannten Marke für viele Immobilienmaklerfirmen eine wichtige Zukunftsaufgabe.

Die Mühe lohnt sich: Makler, die unter einem bewährten Markennamen ihre Geschäfte tätigen, haben eine größere Wahrscheinlichkeit, ein Geschäft für sich zu gewinnen. Ein lukratives Geschäftsmodell ist das "multiple brand ownership", eine Mehrmarkenstrategie, bei der eine Firma den Markt unter mehreren Namen bearbeitet. "Es kann vorkommen, dass eine Firma vier Immobilien in einer Straße besitzt und jede unter einem anderen Firmennamen anbietet", fasst ein Broker den Effekt zusammen. Multiple brand ownership bietet die Möglichkeit der Diversifizierung und Differenzierung. So können zum Beispiel verschiedene Preismodelle und verschiedene Leistungstiefen für verschiedene Kundensegmente definiert werden.