6 Standortwahl von Logistikern
Zahlreiche Logistikunternehmen siedeln sich im "flachen" Land, ja inmitten weißer Flecken unserer gedanklichen Landkarten an. Diese Beobachtung begründet einen meiner Erfahrung nach so verbreiteten wie falschen Schluss: dass sich Logistiker von gewachsenen Zentrensystemen bzw. Bevölkerungsschwerpunkten entkoppeln. - Das Gegenteil trifft zu: Mehrheitlich suchen sie größtmögliche Nähe. Dies allerdings in einem weiter gespannten Rahmen als wir überwiegend kleinräumig orientierten "Normalmenschen" zu denken gewohnt sind.
Optimalstandorte für Logistikimmobilien zu bestimmen, ist voran ein mathematisches Problem. Diese Aufgabe ist gleichwohl derart komplex, dass in vielen Fällen lediglich näherungsweise Bestimmungenn möglich sind.
7 Logistikimmobilien
7.1 Begriffsbestimmung
Meine Definition von Immobilien als Schnittstellen menschlicher Aktivität bzw. Bewegung im Raum trifft auch auf Logistikimmobilien zu. Ein Blick auf ihre wohl bekanntesten Vertreter, nämlich SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte usw., verdeutlicht dies. Die womöglich verblüffende Nennung großflächiger Einzelhandelsbetriebe erfolgt ernstmeinend: Diese Einrichtungen stellen "reinrassige" Logistikobjekte dar. Sie sind Zwischenlager und Warenumschlagplätze, Bühnen hoch organisierten Warenhandlings. Die folgenden Betrachtungen beziehen sich gleichwohl ausschließlich auf die gemäß allgemeiner Diktion als solche bezeichneten Logistikimmobilien.
Logistikimmobilien wie oben definiert zu verstehen, setzt ein vergleichsweise abstraktes Denken voraus, sodass sich eine abgewandelte Definition empfiehlt. Eine griffige Variante lautet:
Anzumerken ist, dass nicht jedes Drehkreuz gemäß obiger Definition als Logistikimmobilie zu verstehen ist. So dürften moderne, weitgehend automatisierte Hochregallager eher als "logistische Maschinen", denn als Immobilien anzusprechen sein.
Ausgehend von logistischen Grundfunktionen lassen sich - verschiedentlich mit "Immobilientypen" verwechselt - vier Nutzungskategorien bestimmen.