Wo? – Menschliche Saiten der Seite

Viele Besucher des "Immobilien-Kosmos" senden eMails, manche rufen an. Des öfteren taucht die Frage auf, wo sich der Seitenbetreiber umgetrieben hat. Kennt er Chinas Immobilienmärkte, jene Japans oder Australiens? – Nein, zumindest nicht aus eigener Anschauung. Er konnte Ausschnitte der Welt erfahren, erleben, durchstreifen. Die meisten "Ecken" der kleinen Kugel fehlen, viele wurden nur gestreift, andere lediglich berührt.

Inwieweit Sahara- und Sahel-Staaten, Indien und Mexiko aus Sicht immobilienwirtschaftlicher Renditejäger aus reichen Staaten von Interesse sind, sei dahingestellt. Ich denke, dass jeder Flecken unserer Welt Hin- und Zuwendung, Beachtung und Anerkennung verdient. – Nicht zwecks McDonaldisierung, sondern um der Menschen willen, die unsere Erde bunt und reichhaltig gestalten und gerade arme Länder zu gastfreundlichen Orten machen.

Ein breiter Fächer von Erinnerungen und Erfahrungen verbindet mich mit folgenden Ländern bzw. jenen ihrer Bewohner, denen ich begegnen durfte: Afghanistan, Ägypten, Algerien, Äthiopien, Bahrein, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Brasilien, Costa Rica, Dänemark, Deutschland, Dominikanische Republik, England, Eritrea, Finnland, Frankreich, Griechenland, Guatemala, Indien, Irak, Iran, Irland, Israel, Italien, Jordanien, Kanada, Kenia, Kroatien, Lettland, Libanon, Libyen, Liechtenstein, Luxemburg, Mali, Marokko, Mauretanien, Mexiko, Monaco, Namibia, Niederlande, Niger, Nigeria, Nordirland, Norwegen, Oman, Österreich, Pakistan, Polen, Portugal, Qatar, Rumänien, Russland, San Marino, Saudi Arabien, Schottland, Schweden, Schweiz, Senegal, Serbien, Seychellen, Slowakei, Slowenien, Spanien, Sri Lanka, Südafrika, Sudan, Syrien, Thailand, Tschad, Tschechien, Tunesien, Türkei, Uganda, Ungarn, USA, Vatikanstaat, Vereinigte Arabische Emirate, Wales.

Leider verwischen die Profile einzelner Länder, die ererbten Unterschiede, mehr und mehr. Immobilienwirtschaftler tragen das Ihre dazu bei. – Noch immer, an sich wider besseres Wissen: So werden Bautechniken, die hier angemessen sein mögen, dort angewandt, wo sie fehl am Platze sind. Und Finanziers finanzieren (mehrheitlich) nur Gewohntes. Ob ein Bauwerk in das jeweilige Land, die Region, einen Ort passt, interessiert allenfalls in zweiter Linie. Es ist ein kurios anmutendes Spiel, das da getrieben wird. – Mustergültig veranschaulicht durch die Jagd nach dem höchsten Turm, dem höchsten Wolkenkratzer, die alberne Frage, wer den "Längsten" hat. Die schlimmsten Gleich- und Plattmacher, Kultur- und Identitätsvernichter aber sind unscheinbare Flachmänner: beliebig zu vervielfältigende Schnellfutterkrippen, einfalls- und lieblos hochgezogene Megamärkte, nach langweilenden Schemata errichtete Einkaufszentren.

Wenn (genetische und / oder mentalitative) Vielfalt einige Sicherheit vor dem Aussterben verbürgt, befindet sich die Menschheit auf Gegenkurs. Der weltweite Siegeszug westlicher Schablonenbauten kann als Verarmung, als Abschied von Selbstbewusstsein und Überlebensfähigkeit einer Art gedeutet werden, die einen ganzen Planeten je nach Klimazone und Topographie mit unterschiedlichen Techniken und Verhaltensweisen zu erschließen verstand.