Lebensmitteldiscounter

1 Intro

Während der letzten Jahre mauserten sich Discounter wie Aldi, Lidl oder Plus zur Allerweltserscheinung. Worin ihr Erfolgsrezept liegt, was ihre Merkmale sind, wie ihre Märkte aus Immobiliensicht zu bewerten sind, beleuchtet dieser Beitrag. Vorab verdienen die Entwicklung des Nachfrageverhaltens sowie verschiedener Betriebs- und Angebotsformen eine nähere Betrachtung.

2 Betriebsformenwandel

Bis gegen Ende der 70er Jahre prägten Deutschland kleinteilige Handelsstrukturen. In Kernlagen bzw. Innenstädten und starken Stadtteilzentren waren sie angereichert mit großflächigen Kauf- und Warenhäusern. Dennoch: Die Masse des Umsatzes entfiel auf kleinere Lebensmittelgeschäfte ("Tante-Emma-Läden") und Fachhandelsbetriebe geringer bis mittlerer Größe.

Seither veränderte sich die Handelslandschaft tiefgreifend. Im Lebensmittelbereich hielten Supermärkte (400 - 1.499 qm Verkaufsfläche) Einzug; sie verdrängten traditionsreiche Kleinbetriebe. Alsbald folgten Verbrauchermärkte (1.500 - 4.999 qm Verkaufsfläche), schließlich die nochmals größeren SB-Warenhäuser (> 5.000 qm Verkaufsfläche). Als besonders expansionsfreudig erwies sich jüngst eine Betriebsform, die gemessen an diesen Giganten geradenach kleinflächig anmutet: Der Lebensmitteldiscounter.

Im Non-Food-Segment verbreiteten sich Fachmärkte - neuerlich eine vergleichsweise großflächige, preisaggressive Betriebsform. Vorreiter waren Bau- und Heimwerkermärkte sowie Möbelmärkte. Inzwischen decken Fachmärkte nahezu das gesamte Warengruppenspektrum ab: Bekleidung, Schuhe, Heimtextilien, Drogeriewaren, Unterhaltungselektronik, Elektroartikel, Tiernahrung usw. Angesichts gegenseitigen Nachbarschaftsnutzens neigen sie dazu, Standortgemeinschaften auszubilden: Es entstanden "gewachsene" wie am Reißbrett geplante Fachmarktzentren.

Neuerdings durchsetzen mehr und mehr Einkaufszentren, eine weitere in Deutschland vergleichsweise junge Betriebsform, die Handelslandschaft (eine eingehende Darstellung zur Konzeption der Betriebsform findet sich im Beitrag Zentrenplanung - Dimensionen und Prinzipien).

Als jüngster Sproß standortgebundenen Einzelhandels eröffneten erste Fabrikverkaufszentren. Vorstudien nebst Praxiserfahrungen legen den Schluss nahe, daß Factory Outlet Centers in der Bundesrepublik nicht ansatzweise das in anderen, voran angelsächsischen Ländern, erkämpfte Marktgewicht erlangen werden.