Immobilienunternehmen im Netz: Websites im Test

2.2 Websites der Immobilienbranche

Nur einer der acht Teilnehmer des oben beschriebenen Experiments kann beruflich der Immobilienwirtschaft zugeordnet werden. Der Leser wird es erahnen: Der Verfasser dieses Beitrags. Um es kurz zu machen: Der Test wurde eingegrenzt auf Online-Präsenzen von Immobilienunternehmen und immobiliennah aktiven Unternehmen einschließlich einiger Immobilientöchter bzw. Immobilien-Research betreibender Abteilungen von Banken. Unberücksichtigt blieben Immobilienbörsen. Der Verfasser nahm nicht am Test teil; an seine Stelle rückte eine PR-Fachfrau. Der Grund: Seine langjährige Tätigkeit als Immobilien-Researcher wie als Betreiber des Immobilien-Kosmos' hätten einen verzerrenden Effekt bedingen können.

Es erfolgten zwei Testläufe mit jeweils dreißig ausgewählten Adressen. Die Grundlagen dieser "Runs" unterschieden sich in einem Punkt von dem oben umrissenen "Quer-Beet-Ansatz", insofern kein Beteiligter Seiten vorfand, die eines seiner Steckenpferde bzw. Interessengebiete behandelten. Im Klartext: Immobilienwirtschaftliche Themen interessierten keinen Teilnehmer sonderlich. Die erste Überraschung: Bereits nach dem ersten Durchlauf hatten sich sämtliche Teilnehmer für das eine oder andere Immobilienthema "erwärmt". Das ist die aus Sicht der Branche bzw. ihrer im Netz glänzenden Mitglieder gute Nachricht. Die schlechte ist, dass gemessen an der Querschnittsbetrachtung ein signifikant erhöhter Anteil ausnehmend schlecht bewerteter Seiten zu Buche stand. - Obwohl sich prozentual gesehen deutlich mehr Unternehmensauftritte in der Grundgesamtheit fanden. Interessant am Rand: Einige Firmenseiten, die mittels enormem finanziellen Aufwand gestaltet wurden (dem Verfasser sind fallbezogene Zahlen bekannt), schnitten in nahezu jeder Beziehung außerordentlich schwach ab.

Unter dem Strich erwiesen sich getestete Immobilienseiten hinsichtlich ihrer empfundenen Qualität gegenüber dem "Netzbrei" als deutlich stärker polarisiert: Mehr Spitzenseiten, mehr Ausschuss, ein - bildlich gesprochen - zur Wespentaille verschlankter Mittelbau. Wenngleich dieses Bild teils auf verschärfte Ansprüche der Testteilnehmer zurückzuführen sein mag, spricht die Deutlichkeit des Ergebnisses für sich.

3 Immobilienwebsites - Kritikpunkte

Im Tahmen des Tests geprüfte Immobilienwebsites weisen teils dieselben Schwachpunkte wie nicht immobilienbezogene Internetseiten auf. Das überrascht sicherlich nicht, insofern ein und dasselbe Medium vorliegt bzw. hier wie da mehr oder minder versierte, dieser oder jener Gestaltungsphilosophie anhängende Webdesigner am Werke sind.

Dass einige dieser allgemeinen Schwachpunkte in Bezug auf Immobilienseiten stärker ins Gewicht fallen als bei thematisch anders ausgerichteten Seiten, liegt auf der Hand. So stellen Immobilien ein besonderes, ein vergleichsweise hochpreisiges Produkt dar, auf sie bezogene Dienstleistungen sind komplex, jeder Fehler kann existenzgefährdende Folgen bis hin zum Verfall ganzer Stadtteile nach sich ziehen. Doch nun, bevor wir uns in dramatischen Szenarien verlieren, zur Seitenkritik.