Immobilieninvestmentstile

2.3 Value-added

Als Value-added-Investitionen bezeichnet man das Investment in oft deutlich unterbewerte Märkte und Objekte. Ziel ist es, diese Immobilien z. B. durch Renovierung oder Revitalisierung und Mieterwechsel neu im Markt zu positionieren. Hierbei liegt das strategische Ziel der Investition weniger im Erzielen eines Cash-Flows, sondern in der Erzielung signifikanter Wertsteigerungen, die durch den Verkauf der Objekte nach erfolgreicher Umsetzung der Maßnahmen realisiert werden sollen. Als zusätzlicher Hebel zur Wertsteigerung wird ein hoher Fremdkapitalanteil (bis zu 70 Prozent) eingesetzt. Die angestrebte Haltedauer ist in jedem Fall kürzer als bei Core-Investments. Die Rendite bei Value-added-Strategien sollte deutlich über denen von Core- und Core-plus-Investments liegen. Allerdings besteht bei solchen Investments auch ein deutlich höheres Risiko.

2.4 Opportunitic

Eine opportunistische Strategie kann sowohl auf Bestandsimmobilien als auch Projektentwicklungen setzen. Eine Eingrenzung auf bestimmte Nutzungsarten findet praktisch nicht statt. In jedem Fall wird speziell auf Objekte mit hohem Wertsteigerungspotenzial fokussiert. Bei bestehenden Objekten liegt der Schwerpunkt auf einer deutlichen Unterbewertung, oft aufgrund eines schwierigen Marktumfeldes, fehlender bzw. schlechter Vermietung und anderer negativer Faktoren, die es im Rahmen einer Repositionierung zu verbessern gilt. Sofern Projektentwicklungen finanziert werden, begibt sich der Investor in die typische Ertrags- / Risikokonstellation eines Developers.

Hohe Renditen - bis zu 30 Prozent und mehr - werden auch durch einen besonders aggressiven Einsatz von Fremdkapital (bis zu 90 Prozent) erzielt. Die Haltedauer ist überwiegend kurzfristig und auf schnellen Verkauf ausgerichtet. Entsprechend der hohen Renditechance bestehen für opportunistisch ausgerichtete Investoren hohe spekulative Risiken.

3 Fazit

Zusammenfassend kann man in Hinblick auf das Verhältnis von Rendite zu Risiko feststellen, dass beide abhängig vom verfolgten Investmentstil korrelieren. Nimmt die erwartete Rendite zu, steigt das Risiko. Risiko und Rendite verhalten sich jedoch nicht zwangsläufig proportional zueinander. In Grafik 1 (rechts) bestünde ein proportionaler Zusammenhang, wenn sich die Investmentstile entlang der Geraden aufwärts bewegen würden. Unterstellt man jedoch, dass sich die Corel-plus-Strategie und die Value-added-Strategie hinsichtlich ihrer Rendite-Risikoverteilung in etwa ausgewogen verhalten, wird man die Core-Strategie zu Gunsten der Rendite, die opportunistische Strategie zu Lasten des Risikos verschoben sehen.

Geht man dagegen bei Core-Investments von einem ausgewogenen Rendite-Risiko-Verhältnis aus, nimmt die Risikolastigkeit der Investmentstile überproportional zu (siehe Grafik 2, links).

Bei der Einschätzung des Verhältnisses zwischen Rendite und Risiko und damit bei der Beantwortung der Frage, welches Risiko der eigenen Renditeerwartung angemessen ist, kommt es also ganz wesentlich auf die Betrachtungsweise des Investors an, wie die beiden vorstehenden Grafiken verdeutlichen.

Bei opportunistisch investierenden Anlegern steigt das Risiko für das Mehr an Rendite, das er gegenüber einem Value-added-orientierten Anleger eingehen muss, deutlich stärker, als seine Rendite zunimmt. umgekehrt verhält es sich etwa für den Core-Investor: Gegenüber einem Core-plus-Anleger nimmt das Risiko im Verhältnis zur Rendite überproportional ab.