Immobilienwirtschaftliche Information

14 Immobilienwirtschaft

Die meisten Tätigkeiten einer Menschenmehrheit sind an Immobilien geknüpft. Das heißt, eine Unzahl von Erfahrungs- bzw. Wissensgebieten steuert zur Entwicklung von Immobilien bei. Wie breit das Feld ist, verdeutlicht eine ausschnitthafte Aufzählung von Immobilienarten: Bürogebäude, Entsorgungsbauwerke (Kanalisation), Freizeitobjekte (Kinos usw.), Gesundheitsimmobilien (Kliniken usw.), Handelsimmobilien (Warenhäuser, Einkaufszentren etc.), Logistikobjekte, Sporteinrichtungen (Stadien, Schwimmbäder), Verkehrsbauwerke (Straßen, Brücken, Tunnels, Flughäfen usf.), Wehrbauten (Burgen, Bunker, Basen), Wasserbauwerke (Talsperren usw.), Wohnhäuser. Die Breite des Wirtschaftszweiges ist auch an der Vielzahl beteiligter Berufszweige bzw. Personenkreise ablesbar: Architekten, Ingenieure, Geologen, Hydrologen, Markt- und Standortanalytiker, Stadt- und Zentrenplaner, Projektentwickler, Wertermittler, Innenarchitekten, Ladenbauer, Raumausstatter, Asset-, Facility-, Portfoliomanager, Bauhaupt- und Baunebengewerbe, Makler, Finanzingenieure, Banken, Versicherer, Rechts- und Steuerberater, Lehr- und Forschungsinstitute, Investoren, Wirtschaftsprüfer u. a. m.

Es zeigt sich, weshalb die Immobilienwirtschaft - oft beklagt - schwerlich eine klare Kontur haben bzw. ein geschlossenes Bild abgeben kann. Sie ist Spielwiese dutzender, jeweils Ausschnitte beackernder Fachrichtungen, die jeweils eigene Sprachen und Denkmuster pflegen. Zudem handelt es sich um ein grenz- und kulturübergreifendes Geschäft. Entsprechend breit ist der Fächer benötigter Informationen. Es ist eine hohe Kunst, diese zu beschaffen, zu bewerten, zu deuten, sachgerecht zu verknüpfen.

15 Immobilieninformationen (A - C)

Informationsbedarf richtet sich häufig nicht auf die Immobilie an sich, sondern auf das Drumherum, den großen Rahmen sozusagen: Bevölkerungsentwicklung, Umfeld, Marktlage usw. Zu unterscheiden sind primär- und sekundärstatistische Informationen. Erstere beruhen auf Erhebungen aus erster Hand, an der Front gleichsam. Hierunter fallen u. a. Zählungen (Pkw-Aufkommen, Kundenfrequenz, Vertragsabschlüsse usw.), Flächenerhebungen (Verkaufsflächen usf.) und Befragungen. Sekundärstatistische Quellen stützen sich auf diese grundlegenden Daten, sammeln und verarbeiten sie weiter. Nachfolgend findet sich eine Gruppierung der Informationen erhebenden "Gruppen"sowie jeweils eine kurze Charakterisierung:

Apparate bzw. Öffentliche Hand: Hierzu zählen Bund, Länder und Gemeinden. Sie führen amtliche Statistiken. Halbamtlichen Charakter besitzen z. B. Auswertungen des Bundesamts für Raumordnung und Bauwesen oder der Bundesanstalt für Arbeit.

Organisationen: Dieser Kategorie können Kammern, Verbände, Vereine usw. zugeordnet werden Sie liefern u. a. branchenorientierte Material.

Unternehmen: Hinsichtlich der Informationsart sind zwei Gruppen zu unterscheiden: 1. Auf Eigeninformation bzw. Selbstdarstellung ausgerichtete Unternehmen (die weit überwiegende Mehrheit). 2. Auf Informationshandel spezialisierte Firmen wie Beratungs- und Marktforschungsunternehmen, Adresshändler u. a. m. Sie stehen für die kommerzielle Statistik.

Privatpersonen: Private Homepage-Betreiber, Lehrpersonal, Fachautoren usw.

Folgende Aufstellung bietet einen Überblick über ausgewählte Informationsquellen.

Ausschreibungen, öffentliche: Internet (www.1epos.net; VergabeReports Deutschland und Europa)

Baulandpreise: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (Bauland- und Immobilienmärkte), LBS (Markt für Wohnimmobilien; enthält Baulandpreise für 300 Städte), Gutachterausschüsse (Grundstücksmarktberichte)

Baupläne, Baubeschreibungen: Bauträger, Objekteigentümer, Planer, Projektentwickler

Bautechnik: Fachbuchverlage, Verbände, Vereine (z. B. www.bauen-mit-stahl.de) Berufsbildungseinrichtungen

Bebauungspläne (B-Pläne): Kommunen (Bauämter)

Bevölkerungsstand und -entwicklung: Statisches Bundesamt, Landesämter, kommunale Meldebehörden. Erhältlich sind Daten zu Haupt- und Nebenwohnsitzen, Altersstruktur, Ausländeranteil usw.

Bodenrichtwerte: Kommunale Gutachterausschüsse; teils Online-Abruf, z. B. über "Boris" (www.boris.nrw.de). Die Werte sind zu hinterfragen, fallweise nicht aufrecht zu erhalten

Bürobau, Flächendefinitionen: Fachbücher, gif (Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung)

Büromarkt, Flächenbestände, Neubautätigkeit, Fertigstellungen: Große internationale und regionale Maklerhäuser wie Atis Real Müller oder Jones Lang LaSalle, Immobilienresearcher, vermehrt Städte (Planungsamt, Genehmigungsbehörden)

Büromarkt, Leerstände, Leerstandsquoten: Maklerhäuser. Angaben werden mehrheitlich nur für Primär- (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München Stuttgart) und Sekundärzentren (Dortmund, Essen, Köln usw.) veröffentlicht. Die Daten sind von jeweiligen Homepages abrufbar. Mehrheitlich werden sie quartalsweise aktualisiert

Büromarkt, Vermietungsleistung: Maklerhäuser (Anmerkung siehe oben), zunehmend Städte

Büroimmobilien, Nebenkostenvergleiche: Maklerhäuser wie Jones Lang LaSalle (Nebenkostenanalyse OSCAR), Beratungsunternehmen, Facility Management Firmen

Büroimmobilien, Preisentwicklung: Immobilienresearch- und Beratungsunternehmen, z. B. BulwienGesa

Büromarktberichte: Maklerhäuser und -verbünde, vermehrt Städte bzw. deren Wirtschaftsförderungsorgane (u. a. Dortmund, Düsseldorf, Essen), Banken bzw. Bankentöchter (Degi, HVB)