Handelsimmobilien - Facetten eines Faszinosums

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    5.1 Angebot total gleich Nutzen total

    Die Anziehungskraft gewachsener Handelskerne gründete auf einem geballten Angebot sämtlicher Warengruppen in breit und tief gegliederter, die gesamte Preisskala umfassender Form. Hier gipfelte der Kundennutzen, woraus sich weithin ausgreifende Einzugsgebiet ableiteten.

    5.2 Spezialisierung steigert Nutzeffekt

    Mit wachsender Stadtgröße entstanden nutzungsgesonderte Teilräume - ein Phänomen, das in Warenstraßen gegliederte morgenländische Basare mustergültig illustrieren. Ihr Vorteil: Kompaktes Angebot vollständiger Warenbereiche, kurze Suchwege, ideale Preisvergleichsmöglichkeiten. Spezialisierung ist demnach sinnvoll, zumal Wohl und Wehe zahlreicher Branchengeschäfte von der Nachbarschaft gleichartiger und / oder ergänzender Anbieter abhängen. Anders ausgedrückt: Vermeintliche Konkurrenz belebt das Geschäft, erhöht den Umsatz, schafft tragfähige Betriebsgrundlagen. Entscheidend ist jedoch - so notwendig Spezialisierungen sind -, dass der Zusammenhang des Gesamtgefüges, das Vollspektrum gewahrt bleibt, also jedes Produkt auf (relativ) engem Raum zu haben ist.

    5.3 Mietmaximierung I: Ende der Vielfalt

    Genau diese oben beschriebenen, überragenden Qualitäten hebeln ertragsmaximierende Strategien aus. Sie münden in einem von zahlungskräftigen Branchen überschwemmten Angebotsgefüge. Zu viele, letztlich austauschbare Anbieter industrieller Massenware machen die einstige Vielfalt platt: Der Branchenmix verarmt, der Kundennutzen verflüchtigt sich.

    5.4 Mietmaximierung II: Profil ade!

    Eine weitere attraktivitätsmindernde Auswirkung mietmaximierender Ansätze ist in einem ausufernden Filialistenbesatz zu erblicken. Der mittelständische Fachhandel wird verdrängt, Städte verlieren an Profil, Niveau und Ambiente verflachen.

    5.5 Mietmaximierung III: Strukturverwerfung

    Die Mietautomatik begünstigt eine dritte, ebenfalls schädliche Entwicklung: Da Kleinflächen gemessen an großflächigeren Ladenlokalen höhere Mieten je qm verheißen, regiert das Motto "Aus eins mach´ zwei, drei oder eben möglichst viele." Die Rechnung geht häufig daneben, weil

    • geschaffene Betriebsgrößen nur von einem sehr eingegrenzten Nutzerkreis zu bewirtschaften sind und / oder

    • übersehen wird, dass Zugkraft und Funktionalität maßgeblich auf einem abgestuften Größengefüge beruhen.

    • Der praktische Gehalt dieser Aussage lässt sich an hunderten kleingliedrigen Galerien und Passagen ablesen, die hübsch anzusehen sind, nur nie funktionieren (können).
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Aktualisierung: 05.06.2003© Elmar Pfeiffer, 80335 München (Impressum)Elmar.Pfeiffer@gmx.de