Flächenoptimierung im Einzelhandel

Folgenden Beitrag verfasste Dr. Joachim Will. Der vollständige Titel lautet "Flächenoptimierung im Einzelhandel: Von der modernen Ladengestaltung zum strategischen Flächenmanagement in der Zentrenplanung".

Intro

Fläche ist teuer und neben dem Wareneinsatz und dem Personal eine der größten Ausgabepositionen in der betrieblichen Kostenstellenrechnung des stationären Einzelhandels. Dies gilt für Standorte in Shopping Center und der innerstädtischen Haupteinkaufslage in besonderem Maße, aber auch für sonstige Standorte in Neben- oder Streulagen, wo die Umsatz- / Raumkostenrelation trotz günstigerer Mietpreise nicht immer besser ist. Die letztendlich "teuerste" Fläche findet sich im Einzelhandel – unabhängig vom Mietpreisniveau – immer an einem ungeeigneten Standort. Aber auch an einem an sich guten Standort kann ein schwaches Konzept zu ähnlichen Ergebnissen führen; wie wurde noch jüngst bei der Krise der Karstadt-Warenhäuser gespottet: Nicht die Quote der Raumkosten am Umsatz war bei diesen Dinosauriern des Handels zu hoch, sondern ganz einfach, der erwirtschaftete Umsatz war zu niedrig.

Flächengröße ist (nicht) immer eine Erfolgsgarantie

Die Größe der Fläche eines Einzelhandelsbetriebes gilt aus Kundensicht als Zeichen von Auswahlvielfalt und damit von (Angebots-) Kompetenz; von daher trifft es zunächst zu: je größer, desto besser. Auf der anderen Seite kann die Flächendimensionierung aber auch ab einer bestimmten Größe zu einem Nachteil werden, wie die Entwicklung bei den SB-Warenhäusern gezeigt hat; an vielen Standorten wird die Flächengröße redimensioniert und die verfügbar gewordenen Räume mit ergänzenden Fachmärkten und Fachgeschäften belegt.

Fläche ungleich Fläche

Vor diesem Hintergrund ist es von großer Bedeutung, eine auf den jeweiligen Standort, die Branche und den Betriebstyp möglichst optimal zugeschnittene (Aus-) Nutzung der vorhandenen Fläche zu schaffen. Schließlich handelt es sich nicht nur um jenen Ort, an dem Angebot und Nachfrage zusammentrifft und damit die (Verkaufs-) Transaktion vollzogen wird, sondern häufig um jenen Ort, an dem sich der Kunde überhaupt über ein Produkt informiert und ggf. eine Vorauswahl trifft. Die Lösungen sehen hier für ein bedienungsintensives Fachgeschäft anders aus als bei einem auf Selbstbedienung programmierten Fachmarkt. Eine hochpreisige Designerboutique hat eine andere Flächenkonzeption als ein Kleinpreiskaufhaus. Damit ist "Fläche" nicht gleich "Fläche"; im Wesentlichen gelten hier folgende Prinzipien: