3 USA - vom Factory Outlet zum Outlet Center
In den USA setzte sich die Idee durch, Fabrikverkaufsläden räumlich zu bündeln, also mehrere Einheiten unter einem Dach zu vereinen. Es entstanden Factory Outlet Centers. Die Geburtsstunde dieser Betriebsform fiel in das Jahr 1974. Ort des Geschehens: Redding, Pennsylvania. Während der Folgezeit verwandelten sich FOC von einer unbedeutenden Absatzform zum festen, kundenseitig angenommenen Bestandteil der Handelslandschaft. 1995, nur zwei Jahrzehnte nach dem Testlauf von Redding, bestanden rund
Teils entstanden Superzentren wie Belz in Florida, ein 70.000 qm mächtiger Koloss, der keineswegs zufällig nahe bedeutender Touristenziele errichtet wurde. Der FOC-Umsatz schnellte von 1990 bis 1995 auf 13 Mrd. Dollar empor - ein Anstieg von über 100 %. Welch engmaschiges Netz die Betriebsform über das Land warf, lässt sich daran ablesen, dass rechnerisch ein FOC auf ca. 800.000 Einwohner entfällt. Die nun zu Zentren geclusterten Outlets behielten ihre Grundmerkmale bei: Sie vertreiben
Die Abschläge bewegen sich zwischen 30 % und 70 %. Der Verkauf erfolgt mehrheitlich
Die Sortimentsstruktur beherrschen Angebote von Bekleidung und Schuhen. Beide nehmen mindestens die Hälfte verfügbarer Verkaufsflächen ein, steuern etwa 70 % zum Centerumsatz bei. Stark vertreten sind zudem Hersteller von Haushaltswaren, Glas, Porzellan, Keramik, Sportmoden, Parfümeriewaren. Alles in allem sind 550 bis 600 Markenartikelhersteller in US-FOCs vertreten.
4 Europa - Fabrikverkaufszentren im Aufwind
Die FOC-Bewegung schwappt über den großen Teich, erfasste Europa. Zunächst rückten die britische Hauptinsel sowie Frankreich in den Focus. Erste Zentren ließen sich größenmäßig nicht annähernd mit US-Formaten vergleichen. Britische Modelle, darunter die Spielart des Factory Outlet Village (Fabrikverkaufsdorf), umfassten anfangs Verkaufsflächen von 2.000 - 3.000 qm. Wie in den USA griff ein Trend zu Größe und Netzverdichtung. So erreichen jüngere bzw. geplante FOC im Vereinigten Königreich eine US-Vorbildern entsprechende mittlere Verkaufsfläche um 15.000 qm. Bestehende Zentren rüsten teils auf. Ein Beispiel liefert das 1995 eröffnete Bicester Village, das seine Verkaufsfläche zwischenzeitlich auf 12.000 qm erweiterte. In wechselndem Umfang verbreiteten sich Fabrikverkaufszentren über andere europäische Staaten (Spanien, Schweden usw.).
Amerikanische, kanadische, britische Investoren nahmen auch Deutschland ins Visier. Angesichts heftigen Widerstandes gegen Ansiedlungsvorhaben richteten sie ihr Augenmerk teils auf Grenzregionen von Nachbarstaaten. So entstand unweit Saarbrückens auf französischem Gebiet ein 10.000 qm-Outlet, das eindeutig auf die Barschaft deutscher Kunden zielt.