Factory Outlet Centers

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    2.2 Geringe Marktbedeutung

    1998 setzten Deutschlands Factory Outlets mit Bekleidung und Schuhen schätzungsweise 1,3 Mrd. DM (665 Mio. €) um. Je nach Abgrenzung entspricht dieser Betrag zwischen 0,9 % und 1,1 % des Einzelhandelsumsatzes dieser Branchen. Interessant in diesem Zusammenhang: Auf "klassische" Outlets, also den Werken angegliederte Einheiten, entfielen weniger als 20 % bzw. 250 Mio. DM (128 Mio. €) des Umsatzes.

    Aufgeschlüsselt nach Branchen spricht der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE, Stand 2001) dem Direktvertrieb bezogen auf jeweilige Branchenumsätze folgende Anteile zu:

    • Herren- und Damenbekleidung 1,5 % bzw. 1,1 %
    • Schuhe / Sportschuhe 0,8 %
    • Haus- / Heimtextilien 0,7 %
    • Glas / Porzellan und Sportbekleidung / -geräte je 0,6 %
    • Lederwaren 0,5 %
    • Wäsche 0,4 %
    • Spielwaren 0,3 %

    Angeführte Werte weisen die Vertriebsform als Randerscheinung aus.

    Die Beschreibung des Outlets wirft eine Frage auf: Weshalb erregt es die Gemüter, da es eine alte, verbreitete Einrichtung darstellt, die vom Einzelhandel zwar nie wohlgelitten, aber auch nie ernstlicher Störfaktor seiner Geschäftigkeit war? Die räumliche Trennung von Produktion und Verkauf sowie ausgeweitete Handelstätigkeiten der Hersteller reichen für sich genommen nicht aus, das Phänomen zu erklären. - Es kommen Qualitäten ins Spiel, die einer vielen Nutzungen innewohnenden Neigung entspringen, zusammenzurücken. Der Hintergrund: Zahlreiche Branchengeschäfte und Betriebsformen profitieren von gegenseitiger Nachbarschaft; sie ziehen Nutzen aus einer räumlichen Vergesellschaftung. Mehr noch: Viele sind in Alleinlage nicht überlebensfähig, also zwingend auf zuträgliche Nachbarn angewiesen. Hierbei gilt: Je höher der Nachbarschaftsnutzen, desto höher das Nachbarschaftsbedürfnis. Durch Clusterung besonders ausgeprägte Umsatzsteigerungen erzielen Mode- und Schuhgeschäfte. So ziehen zehn benachbarte Textilgeschäfte nicht zehnmal mehr Kunden an als ein in Alleinlage angesiedelter Laden, sondern ein 15- oder 20faches.

    • Konsequenz 1: Ihr Umsatz steigt erheblich.
    • Konsequenz 2: Sie entwickeln Nachbarschaftsbedürfnisse.
    • Konsequenz 3: Ihr Standort gewinnt für andere Branchen an Attraktivität.

    Jeder größere Versorgungskern, ob Nahbereichs- oder Stadtteilzentrum, City, Fachmarkt- oder Einkaufszentrum, ist Ausfluss bzw. Manifestation derartiger, synergetischer Prinzipien. Der Hintergrund: Profitieren Geschäfte von gegenseitiger Nachbarschaft, neigen sie zur räumlichen Vergesellschaftung. Mehr noch: Viele Branchengeschäfte bzw. Betriebsformen sind in Alleinlage nicht überlebensfähig, also zwingend auf zuträgliche Nachbarn angewiesen. Hierbei gilt: Je höher der Nachbarschaftsnutzen, desto höher das Nachbarschaftsbedürfnis.

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Aktualisierung: 06.01.2003

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