Einzelhandelszentralität - Indexbetrachtung

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    4 Spezifische Zentralitäten

    Im Rahmen von Flächenplanungen usw. entfaltet ein Gesichtspunkt besonders weitreichende Bedeutung: Der Zentralitätsindex kommt je nach Ortsgröße und -typ unterschiedlich zustande. Konkret: Spezifische Zentralitäten, also nach Bedarfsstufen (kurz-, mittel-, langfristige Güter) gesonderte Werte unterscheiden sich. Folgende Beispiele beruhen auf Verbrauchsausgabenanteilen von 50 % (kurzfristig), 29 % (mittelfristig), 21 % (langfristig).


    Beispiel 1

    Die Zentralität kleiner Unterzentren hergebrachter Art - also ohne großes Einkaufs- oder Fachmarktzentrum - wird maßgeblich von der Grundversorgung getragen. Die Indexwerte dieses Zentrentyps unterschreiten die 100%-Marke im allgemeinen deutlich. Ausgehend von beispielsweise rund 60 Punkten, können sich spezifische Zentralitäten von

      • kurzfristig = 105,
      • mittelfristig = 30,
      • langfristig = 15

    einstellen. Die Interpretation ist klar: Im Grundversorgungsbereich erzielt der Ort einen leichten Bedeutungsüberschuss, im mittelfristigen Bedarfsbereich bindet er nur ausschnitthaft Kaufkraft, im langfristigen besitzt er marginale versorgungstechnische Bedeutung.

    Beispiel 2

    Ein Mittelzentrum mit gewachsener Handelsstruktur erzielt einen Index von 110 Punkten. Dieser Wert kann einem Zentralitätsschlüssel von

      • kurzfristig = 105,
      • mittelfristig = 125,
      • langfristig = 60

    entspringen.


    Beispiel 3

    Ein voll entwickeltes Oberzentrum weist eine gänzliche andere Zusammensetzung auf. Wird ein Index von 150 vorausgesetzt, kann sich etwa folgende Verteilung ergeben:

      • Kurzfristig = 105,
      • mittelfristig =180,
      • langfristig = 220.


    Der Index hoch zentraler Orte gehobener Größenordnung wird regelhaft entscheidend von den Umsätzen ihrer Kernlagen einschließlich (soweit vorhanden) Subzentren und Nebencities getragen. Hier ballen sich Angebote des mittel- und (abgeschwächt) langfristigen Segments. In Kleinstädten steuern über das Stadtgebiet streuende Grundversorger, das heißt Super- und Verbrauchermärkte, SB-Warenhäuser und Lebensmitteldiscounter im allgemeinen größere Anteile zum Gesamtumsatz bei.

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Aktualisierung: 17.11.2009© Elmar Pfeiffer, 80335 München (Impressum)Elmar.Pfeiffer@gmx.de