7 Abschließende Bemerkung
Große Stadtregionen der (meisten) Schwellen- und Entwicklungsländer bestehen aus drei Komponenten, nämlich der zentralen Stadt, der engeren Metropolregion sowie einer erweiterten, Bereiche landwirtschaftlicher Nutzung einschließenden Metropolregion. Innerhalb dieses, auch aus westlichen, über lange Zeit hin gewachsenen Metropolräumen bekannten Rahmens bestehen Mosaike vielfältiger, höchst unterschiedlicher Funktionsräume. Typischerweise setzen sich heutige Mega-Metropolen aus traditionellen Zentren, alten Vororten, wuchernden Siedlungen unterschiedlichen Alters, völlig neuen, regelrecht aus dem Boden gestampften Städten bis hin zu multifunktionalen, privat errichteten und kontrollierten Edge Cities sowie ländlichen Dörfern zusammen. Viele Nutzungsinseln sind im engeren oder weiteren Sinne privat kontrolliert. Dies einmal geplantermaßen, voran in Reißbrettsiedlungen, zum anderen im informellen Bereich, der weite Teile jeweiliger Siedlungsräume vereinnahmt und gestaltet.
Unübersehbar gehen zahlreiche Planungsansätze in Entwicklungsländern an handfesten Erfordernissen vorbei. Besorgt stimmt auch der Hang, massenhaft Städte bzw. stadtähnliche Siedlungen nach demselben Strickmuster, gründend auf denselben zeitgeistigen Vorstellungen hochzuziehen. Jeweilige bauliche Qualitäten lassen zusätzlich Zweifel an der vielbemühten "Nachhaltigkeit" vieler Projekte keimen. Klar erscheint weiterhin, dass sich Slum- und Verslumungsprobleme schwerlich in den Griff bekommen lassen werden. Die Planung wird manche Gegebenheit zu akzeptieren haben. - Und, Diskussionen auf UNO-Ebene wie in nationalen und regionalen Politik- und Planungsgremien sollten berücksichtigen, dass die westliche Welt in vielerlei Hinsicht kein Maßstab sein kann.