Betriebsformen & Zentrentypen (Teil 1)

Fachmarkt

Bei dieser Betriebsform handelt es sich um großflächige, oft extrem preisaggressive Fachgeschäfte. Eine Spielart des Fachmarktes repräsentiert denn auch der Non-Food-Discounter. Marktgängige Mindestbetriebsgrößen differieren je nach Branche, Standort und Wettbewerbskonstellation. Die Einstiegsgrößen bewegen sich mehrheitlich innerhalb einer Spanne von 300 – 600 qm. Deutlich höher liegen sie bei Bau- und Heimwerkermärkten (5.000 qm), vollsortierten Heimtextilmärkten (um 2.000 qm) und Möbelmärkten (3.000 qm). Die Betriebsform bietet breite und / oder tiefe Sortimente. Sie gründet auf einem Selbstbedienungskonzept, wobei Kunden auf elementare Beratungs- und Serviceleistungen zurückgreifen können. Fachmärkte bevorzugen individualverkehrsorientierte Standorte an Ein- und Ausfallstraßen, in Gewerbe- und Sondergebieten. Sie neigen zur Standortunion, bilden häufig Zentren aus, sind jedoch auch in Einkaufszentren stark präsent. Einige Fachmarktschienen hoher Flächenproduktivität belegen zudem City-Standorte. Dies gilt etwa für den geschätzte 100.000 Artikel führenden Saturn (Unterhaltungselektronik / Elektrowaren). Betreiber sind beispielsweise Adler (Mode), Decathlon (Sport) und Hammer (Heimtextilien).

Kaufhaus

Dieser Begriff steht für großflächige, breit und tief sortierte Branchengeschäfte. Kennzeichnend sind eine hohe Beratungs- und Serviceintensität. Die Spezialisierung der Kaufhäuser auf eine Schwerpunktbranche, ihre anerkannte Sortimentskompetenz und Beratungsorientierung unterscheiden sie von Warenhäusern. Es handelt sich um zwei höchst unterschiedliche Betriebsformen, die begrifflich oft gleichgesetzt werden. Im Gegensatz zur Mehrheit aller Betriebsformen erschließen Kaufhäuser typischerweise die dritte Dimension, erstrecken sich also über mehrere Geschosse. Sie bilden wirkungsvolle Magnetbetriebe (meist zweiter Ordnung). Ihre Ansprüche hinsichtlich Lagegüte und Umfeldqualität sind hoch. Beispiele von Kaufhäusern bzw. Betreibern bieten C & A, K & L Ruppert und Peek & Cloppenburg.

Warenhaus

Diese großflächige Betriebsform kennzeichnet ein breiter, dafür wenig tief entwickelter Sortimentsfächer. Ihr Angebotskonzept lässt sich auf einen griffigen Nenner bringen: Alles unter einem Dach. Schwerpunkte liegen gleichwohl in den Bereichen Bekleidung, Schuhe und Haushaltswaren. Oftmals sind Lebensmittelabteilungen und gastronomische Einheiten eingebunden. Die Einstiegsgröße für voll entwickelte Vertreter der Zunft ist bei 4.000 qm anzusiedeln. Flächenmächtige Warenhäuser führen bis zu 140.000 Artikel, die Giganten unter ihnen bis zu 200.000. Der Verkauf erfolgt vornehmlich in Kundenvorwahl, Beratungs- und Servicequalitäten sind mäßig entwickelt. Warenhäuser erstrecken sich generell über mehrere Stockwerke. Sie bilden erstrangige Magnetbetriebe, wenngleich sich ihre Leitfunktion tendenziell abschwächte. In zahlreichen Mittel- und kleineren Großstädten schlossen einst florierende Warenhäuser (Bremerhaven, Moers, Plauen usw.). Als Prunkstück der deutschen Warenhaus-Szene gilt das KaDeWe (Berlin). Geläufige Namen sind Karstadt und Kaufhof.

Kleinwarenhaus

Namensgerecht stellen Kleinwarenhäuser eine flächenbezogen abgespeckte Spielart echter Warenhäuser dar. Marktgängig sind Einheiten mit Verkaufsflächen zwischen 1.200 und 4.000 qm. Sie führen weniger tiefe Sortimente als ihre größeren Gegenstücke. Ihre Fähigkeit, die dritte Dimension zu erschließen, ist deutlich abgeschwächt. Kleinwarenhäuser gehobener Flächenkategorie bieten bis zu 40.000 Artikel. In Klein- und Mittelstädten fungiert diese Betriebsform nach wie vor als bedeutender Magnet, kämpft jedoch verbreitet mit Tragfähigkeitsproblemen. Als Vertreter dieser Gattung seien Mega Store und Woolworth genannt.