Betriebsformen des Einzelhandels

Kaufhaus

Großflächiges Branchengeschäft mit breitem und tiefem Sortiment soSchaufenster in Münchenwie hoher Beratungs- und Serviceintensität. Die Spezialisierung der Kaufhäuser auf eine Schwerpunktbranche sowie ihre anerkannte Angebotskompetenz grenzen sie gegenüber (→) Warenhäusern ab. Im Gegensatz zur Mehrheit aller Betriebsformen erschließen Kaufhäuser typischerweise die dritte Dimension, also die Obergeschosse. Sie bilden wirkungsvolle Magnetbetriebe (meist zweiter Ordnung). Beispiele von Kaufhäusern: C & A, Emil Beck, Hettlage Mode + Sport, K & L Puppert, Peek & Cloppenburg. Bevorzugter Standort: Vorwiegend Stadt- und Stadtteilzentren, zunehmend auch Einkaufszentren. Rechts eine Aufnahme der eingangsnahen Angebotsflächen eines alteingesessenen, marketingtechnisch auf Höhe der Zeit aktiven Münchener Kaufhauses für Herrenbekleidung.

Warenhaus

Großflächiger Einzelhandelsbetrieb mit breitem Sortiment – Stichwort: Alles unter einem Dach. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Bekleidung, Schuhe, Haushaltswaren usw. Oftmals finden sich Lebensmittel und Gastronomie einbezogen. Große Warenhäuser führen bis zu 140.000 Artikel, die Giganten unter ihnen bis zu 200.000. Der Verkauf erfolgt vornehmlich in Kundenvorwahl. Warenhäuser erstrecken sich generell über mehrere Stockwerke; sie weisen entsprechend aufwändige, im Unterhalt vergleichweise kostenintensive Erschließungssysteme (Rolltreppen) auf. Warenhäuser bilden Magnetbetriebe erster Ordnung, wenngleich sich ihre Leitfunktion abschwächt. In zahlreichen Mittelstädten und kleineren Großstädten schlossen und schließen einst florierende Warenhäuser (Bremerhaven, Moers, Plauen usw.). Auch in metropolitanen Räumen greifen hier und da Konsolidierungsprozesse (ein Beispiel bietet München). Als Perle der deutschen Warenhaus-Szene gilt das KaDeWe (Berlin). Mehrfach über den Betriebsformendurchschnitt liegende Raumleistungen (wohl die höchten deutschlandweit) sind dem Kaufhof-Haus am Münchener Marienplatz – der m. W. frequenzstärksten U-Bahnstation Europas) – zuzubilligen. Bundesweit bekannte Namen sind Karstadt / Hertie und Kaufhof / Horten (Hertie und Horten wurden jeweils "amalgamiert"). Zu den weltweit ältesten und bekanntesten Vertretern der Betriebsform zählt das Kultstatus genießende Harrods in London (England). Bevorzugter Standort: Mehrheitlich in großstädtischen Kernlagen, in Großzentren auch in Stadtteilzentren, inzwischen vermehrt in unintegrierten Einkaufszentren (Saalepark in Güntersdorf bei Leipzig, CentrO in Oberhausen). In überregional ausstrahlenden US-Malls bilden Warenhäuser – zumeist mehrere innerhalb eines Centers – die Eckpfeiler bzw. primären Magnete. Das rechts (unten) platzierte Foto zeigtSchaufenster eines Warenhauses in München den Haupteingangsbereich eines Münchener Warenhauses.

Kleinwarenhaus

Namensgerecht stellen Kleinwarenhäuser eine flächenbezogen abgespeckte Spielart "echter" Warenhäuser dar. Sie führen weniger tiefe Sortimente. Ein Kleinwarenhaus von 4.000 qm Verkaufsfläche bietet rund 40.000 Artikel. In Klein- und Mittelstädten fungieren Kleinwarenhäuser als bedeutende Magnetbetriebe. Als Vertreter dieser Gattung seien die früheren Kaufring-Häuser, der heutige Mega Store und Woolworth (insolvent) genannt. Bevorzugter Standort: Vorwiegend Innenstadt und Stadtteilzentren. Im Gegensatz zu großen Warenhäusern häufig auch in Kernlagen kleiner und mittlerer Städte.