Betriebsformen des Einzelhandels

SB-Warenhaus

Definiert als Einzelhandelsbetrieb mit mindestens 5.000 qm Verkaufsfläche, der vorwiegend Lebensmittel sowie ein breites Sortiment an Ge- und Verbrauchsgütern in Selbstbedienung führt. Deutsche SB-Warenhäuser bieten durchschnittlich 51.400 Artikel. Im Mittel entfallen 62 % des Umsatzes auf den Food- und 38 % auf den Non-Food-Bereich. Die Fähigkeit vertikaler Raumerschließung ist im Vergleich zu Waren- und Kaufhäusern deutlich schwächer ausgeprägt. Über zwei Ebenen hinaus geht nichts. Zweigeschosser werden nur bezogen, wenn keine ebenerdigen Flächen darstellbar sind. Beispiele für solche Häuser finden sich u. a. in Hannover (Real, Marktkauf) oder München (Kaufland im PEP). Bekannte SBW-Vertreter sind Globus (St. Wendel), Kaufland (Lidl & Schwarz), Marktkauf (AVA), real (Metro), Toom (Rewe), Carrefour (französisches Unternehmen). Bevorzugter Standort: In der Regel eindeutig individualverkehrsorientiert. Bewährter Magnetbetrieb in Fachmarkt- und Einkaufszentren. Vordringen in Stadt- sowie Stadtteilzentren zu beobachten.

Lebensmittel-Discounter (vertiefend siehe Vollbeitrag)

Es bestehen zwei Hauptrichtungen, namentlich Hard- und Soft-Discount. Im Mittel entfallen ca. 82 % des Sortiments auf Lebensmittel, ca. 18 % auf Non-Food-Artikel. Bevorzugter Standort: Standort-Allrounder.

Typ 1: Hard-Discount

SB-Geschäft mit einem gemessen an Supermärkten sehr niedrigen Preisniveau und stark eingeschränktem Sortiment von Schnelldrehern (400 - 1.000 Artikel). Der Schwerpunkt liegt auf Eigenmarken. Bevorzugter Standort: Altes Konzept: Innenstadt- und Stadtteilgeschäfte mit Verkaufsflächen ab ca. 250 qm. Neues Konzept mit 600 - 800 qm Verkaufsfläche an Ein- und Ausfallstraßen sowie in Gewerbegebieten. Oft werden beide Strategien in Städten kombiniert.

Typ 2: Soft-Discount

Als typische Vertreter sind Netto oder Plus (mit Netto verschmolzen) zu nennen. Gegenüber Hard-Discountern weisen Soft-Discounter auf 2.000 - 2.500 Artikel erweiterte Sortimente auf; sie sind teils um Bäcker und Metzger ergänzt. Der Sortimentsschwerpunkt liegt auf Markenartikeln, so dass sich etwa Plus und Netto als Marken-Discounter positionieren. Bevorzugter Standort: Ebenfalls altes und neues Konzept, bevorzugt jedoch integrierte Lagen. Soft-Discounter lösen klassische Nachbarschaftsläden zunehmend ab. Sie beziehen die Masse ihrer Kundschaft aus dem Nahbereich.

Ladenhandwerk

Spezialisierte Betriebe mit Handwerkshintergrund. Wichtigste Vertreter sind Bäckereien, Konditoreien, Metzgereien. Zunehmend werden die Betriebe in Form reiner Verkaufsoutlets geführt, also von ladenfernen Produktionsstätten aus beliefert. Bevorzugter Standort: Standortgeneralisten, die über alle Zentrentypen hinweg vorkommen. Häufig in den Kassenvorzonen von Super- und und Verbrauchermärkten, SB-Warenhäusern und Discountern.