Betriebsformen des Einzelhandels

Nachfolgend finden sich skizzenhafte Darstellungen der wichtigsten Einzelhandelsbetriebsformen. Jeweilige Profile orientieren sich an Definitionen bzw. Zahlenangaben des EuroHandelsinstitutes, Köln. Die Inhalte sind jedoch deutlich umfänglicher als dort (zum Veröffentlichungsstichtag) zu findende Beschreibungen. Einzelnen Betriebsformen widmet diese Seite im Übrigen detaillierte Beiträge. Abrufbar sind z. B. Artikel zu Einzelhandelsimmobilien, Lebensmitteldiscountern, zur Handelsflächenexpansion sowie zum Thema Zentrenplanung (hier werden u. a. Grundsätze der Planung von Einkaufszentren behandelt). Besonders empfehlenswert ist Teil 1 des Artikels "Betriebsformen und Zentrentypen". Unberücksichtigt lässt die folgende Darstellung z. B. den traditionellen Basar, da er zuvorderst als städtebauliche Grundkomponenteu zu betrachten ist.

Lebensmittel-SB-Geschäft

Auf Lebensmittel in Selbstbedienung spezialisierter Einzelhandelsbetrieb mit weniger als 200 qm Verkaufsfläche. Zu dieser Kategorie zählt der altbekannte Tante-Emma-Laden. Bevorzugter Standort: Vorwiegend Nachbarschaftsbereich.

Lebensmittel-SB-Markt

Lebensmittelgeschäft mit 200 qm bis 400 qm Verkaufsfläche, das auch Frischwaren sowie kleinere Non-Food-Sortimente in Selbstbedienung vertreibt. Verbreitet handelt es sich um Edeka oder Rewe angeschlossene Märkte. Bevorzugter Standort: Vorwiegend Nachbarschaftsbereich.

Supermarkt

Lebensmittelgeschäft in Selbstbedienung mit einer Verkaufsfläche von 400 – 1.499 qm. Neben Frischwaren bietet es Non-Food-Artikel auf bis zu 25 % der Fläche an. SB-Geschäfte und Supermärkte führen 7.000 – 11.000 Artikel, davon ca. zwei Drittel Lebensmittel und ein Drittel Non-Food. Bekannte Supermärkte: Edeka (Neukauf), Rewe (Minimal), Spar, Tengelmann usw. Einzelne Betreiber sezten verstärkt auf große Sortimentsanteile von Bio-Produkten. Zugleich werden Grundsortimente angeboten, die preislich mit Hard-Discountern konkurrieren. Als Beispiel dieses Markttyps kann das in Fulda ansässige Unternehmen Tegut herangezogen werden. Dieser Filialist wirkt dem angestaubten Image der Supermärkte zudem durch innovative architektonische und ladenbauliche Konzepte entgegen. Bevorzugter Standort: Vorwiegend Nachbarschaftsbereich, Stadtteilzentren, in Kleinstädten häufig auch Innenstadt, in Mittelstädten oft im Randbereich des Zentrums (rechts ein Einblick in einen Spar-Supermarkt in Omaruru, Namibia).

Verbrauchermarkt

Auf Selbstbedienung gründendes Einzelhandelsgeschäft mit Verkaufsflächen zwischen 1.500 qm und < 5.000 qm, vorherrschendem Lebensmittelangebot und vergleichsweise hohem Anteil an Non-Food-Artikeln. Verbrauchermärkte stehen zwischen (→) Supermarkt und (→) SB-Warenhaus. Im Mittel führen sie knapp 26.700 Artikel, davon rund 9.520 im Food-Segment und 17.160 im Non-Food-Bereich. Etwa 70 % des Umsatzes entfallen auf Lebensmittel, ca. 30 % auf sonstige Produkte. Verbrauchermärkte betreiben u. a. Edeka (E-Center), Metro (kleine real-Varianten, teils ehemalige Extra-Schiene), Famila, Lidl & Schwarz (kleine Kaufland-Variante), Spar (Eurospar), Rewe (große Minimal-, kleine Toom-Varianten), Tesco (britisches Unternehmen). Bevorzugter Standort: Hochrangige Nahversorgungszentren, Stadtteil- und Einkaufszentren; oft in verkehrsorientierter Lage.