EfI-Englischkurs: Praslin – Urlaubstage

Einführung

Nach anstrengenden beruflichen Monaten wollte Efi verreisen. Gedanklich hatte sie bereits Dutzende Länder gestreift, bevor sie Archi fragte, welches Ziel ihm vorschwebte. Er schlug die Seychellen vor, ein kleines Land im Indischen Ozean, das sich zwischen dem 4. und 10. südlichen Breitengrad erstreckt. Dorthin flogen beide einige Tage später. Über Paris. Architektonisch haben die Seychellen sicherlich weniger aufregende Bauwerke zu bieten als viele andere Gegenden, die Efi und Archi besuchten. Falls der Leser allerdings glaubt, heute stünden weniger Begriffe als gewohnt an, täuscht er sich. Auch die abschließende Wissensfrage ist keineswegs leichter aufzulösen als andere. Daran, dass jene zu Innsbruck noch aufzulösen war, erinnerte sich Efi am S-Bahnhof: Bei dem gesuchten Bauwerk handelt es sich um Schloss Ambras.

Im Text kursiv wiedergegebene Wörter finden sich – wie gewohnt – am Seitenfuß übersetzt. Impressionen von den Seychellen bieten auf Mahé, Praslin und La Digue aufgenommene Bildergalerien.

Praslin – Urlaubstage

Nach vielstündigem Flug landete die Maschine auf dem internationalen Flughafen der Grand AnseSeychellen-Hauptinsel, Mahé. Die Reisenden erledigten fällige Einreiseformalitäten und begaben sich zum Inlandsflughafen. Bald hoben sie mit einer Propellermaschine nach Praslin ab. Mit knapp 38 qkm Fläche stellt sie die zweitgrößte von insgesamt 115 Inseln der rund 88.000 Einwohner zählenden Republik dar. Praslin bewohnen etwa 7.000 Menschen. Bei 37,6 qkm Fläche beziffert sich die Bevölkerungsdichte somit auf nahezu 190 Einwohner pro qkm.

Ein munterer Fahrer chauffierte Efi und Archi zum vorgebuchten Hotel. Wie es um die Einkaufsmöglichkeiten bestellt sei, wollte Efi wissen. "Großartig", versicherte er, schließlich läge das Hotel in der Stadt und ein Supermarkt anbei. Wo die Stadt denn sei, interessierte sich Efi Minuten später. Der Fahrer deutete auf einige Häuser am Straßenrand, als er in die Vorfahrt des Hotels kurvte. Die im Kolonialstil errichtete Unterkunft entzückte auf den ersten Blick. Säulen, Balkone und Fenster gliederten die Fassade, Giebel das Dach. Vor der Rückfassade zog sich der Strand dahin (siehe Bild 1, Grand Anse). Nachdem sie das Gepäck aufs Zimmer gebracht hatten, machten sich Efi und Archi auf, um die Stadt zu erkunden. Gehsteige gibt es zumeist nicht, so dass es klug ist, Taschenlampen mitzuführen, wenn man bei Dunkelheit unterwegs sein will. Die erste Anlaufstelle unserer Reisenden war der Supermarkt. – Zwei Räume, einschließlich Kassenbereich vielleicht 12 qm groß. Efi verguckte sich sofort in das Geschäft, das in Österreich als Greißler, in Deutschland als Tante-Emma-Laden durchgegangen wäre. Da sich Efi blendend mit der Inhaberin verstand, endete der beabsichtigte Ausflug nach zweistündigem Plausch bereits hier.

Am nächsten Morgen lösten Efi und Archi Busfahrkarten, der indische Tata-Bus rauchte buchstäblich los und röhrte die schmale Küstenstraße entlang. Als die halbe Insel umrundet war, stiegen sie aus. Eine lange,Bananenstaude steile Teerstraße führte zum auserkorenen Strand. Der Anse Lazio schmiegt sich in eine halbmondförmige Bucht; er zählt zu den schönsten Stränden weltweit (siehe Bild 3). Efi und Archi nahmen sich vor, die zwischen Herberge und Strand liegende Bergkette am nächsten Tag zu Fuß zu queren. Die morgens bei einem Schwätzchen davon unterrichtete Supermarktbetreiberin riet schockiert davon ab. "Hoch, heiß, allerlei Getier!", entfuhr es ihr angesichts des Fond Azore. Als hoch empfanden Efi und Archi die knapp 370 m über NN aufsteigende Erhebung wahrlich nicht. Stunden später brachten sie dem "Hügel" angesichts einer senkrecht stehenden Sonne und 98 Prozent Luftfeuchtigkeit einen gewissen Respekt entgegen. Statt der erspähten Straße folgten sie einem Pfad, der sich unversehens in ein mörderisch steiles Weglein verwandelte und unvermittelt im Garten eines properen Anwesens endete. Der überraschte Hausherr zierte sich, sie passieren zu lassen. Er fragte seine Angetraute, die sich als wahrer Hausvorstand und großherzig erwies: Sie führte Efi und Archi durch Gärten und über Terrassen erstaunter Nachbarn. Irgendwann trabten unsere Reisenden alleine weiter. Durch wie viele Höfe, Hinterhöfe und Gärten, wussten sie später nicht mehr zu sagen. An die belustigten Mienen der von entschuldigend auftauchenden Fremden überraschten Einheimischen erinnern sie sich noch heute.

Am folgenden Morgen bestiegen sie einen Bus, dessen Fahrer sie an der Endhaltestelle spaßeshalber ein Stück in den Dschungel fuhr. – Ein humorvoller Geselle. Am Wachhaus eines Hotelareals fragten sie nach dem Weg zum Anse Lazio. "Geradeaus, rechts, am Strand über ein paar Steine, schon da", erklärte der Wachmann. Die "paar Steine" entpuppten sich als mehrfach gestaffelte Wand zweifach mannshoher Felsen. – Ein wahrer Spaß für Alpinisten. Dahinter Urwald, ein kaum zu erahnender Pfad, der sich in Nichts auflöste. Urmenschliche Instinkte brachen sich Bahn: Archi klärte auf, Efi sammelte Mangos und Passionsfrüchte ein. Lichtliebende Bananenstauden fanden sich selbstredend nicht (siehe Bild 2). Ein Stündchen später schälten sich beide am Schweinepferch eines Urwaldanwesens aus dichtemAnse Lazio Gestrüpp. Hunde schlugen an, zwei Männer sahen von Tellern auf und pfiffen die verwirrten Vierbeiner zurück. – Man kannte einander von Busfahrten her. Efi beglückte die Herren des Waldes mit duftenden Früchten. Nach nochmals einer Stunde Weges starrte sie ein machetenbewaffneter Mann entgeistert an, als sie aus dem Wald an den Strand kletterten (Bild 3 zeigt die Perspektive). Lächelnd reichte ihm Efi eine gefundene Kokosnuss. Er missverstand die schenkende Geste, hieb die Nuss auf, spaltete den Deckel, formte Fruchtfleischschaber aus dem Schalenstück und reichte Archi die Nuss samt Essbesteck. Dass der seinen Fleiß mit einem kleinen Geschenk würdigte, erfreute ihn. Archi erfreute nicht, dass sich drei Touristen scharten und – kaum zu glauben, aber wahr – so ernsthaft wie knausrig gestimmt über einen angemessenen Preis für die aus dem Stegreif geborene Dienstleistung zu diskutieren begannen.

Die Geschäftsführerin des Hotels lachte Efi und Archi entgegen, als sie dem Bus entstiegen. Sie war längst im Bilde, dass sie den Nationalpark Vallée de Mai besucht hatten. Efi wunderte das wenig, da sich der "Inselfunk" seit ihrer Ankunft als höchst zuverlässig erwiesen hatte. "Wie kommt es?", fragte sie dennoch, weil sie höflich war und die Spielchen genoss. Die Gastgeberin wieselte in den Speisebereich, der eine ordentlich bestückte Bar barg. "Ihr seid bekannt", ließ sie über die Schulter verlauten. Archi schmunzelte. "Als verrückt, vermutlich." Die füllige Hoteldame tänzelte mit kreolischer Eleganz um den Tresen und begann Cocktails zu mischen. "Als exotisch", antwortete sie honigsüß. Damit gab sie das Stichwort für die abschließende Wissensfrage. Auf Praslin – nur hier und auf einer zweiten Seychellen-Insel – gedeiht eine weltweit als exotisch geltende Pflanze, deren Frucht den größten aller irdischen Samenträger darstellt. Hier die vierteilige Frage: 1. Wie heißt die gesuchte Pflanze? 2. Wie schwer kann ihre Frucht werden? 3. An welche menschliche Körperpartie erinnert ihre Form? 4. Wie heißt die zweite Insel, auf der diese Pflanze wächst?

Übersetzungen

Ankunft (reisebezogen) = arrival ⇔ Anwesen = estate; property ⇔ Balkon = balcony ⇔ Bauwerk = building; structure (konstruktiv) ⇔ Bergkette = mountain range ⇔ Bevölkerungsdichte = population density ⇔ Breitengrad = latitude ⇔ Bucht = bay ⇔ Dach = roof ⇔ Dschungel = jungle ⇔ Einkaufsmöglichkeit (Einrichtung) = shopping facility ⇔ Einwohner = citizen (rechtlich); inhabitant; population (gesamtheitlich) ⇔ Endhaltestelle = terminal station; terminus ⇔ Erhebung = elevation ⇔ Fassade = facade; façade ⇔ Felsen = rock ⇔ Fenster = window ⇔ Fläche = area ⇔ Garten = garden ⇔ Geschäft (Laden) = shop (UK); store (US) ⇔ Geschäftsführer(in) (hotelbezogen) = general manager ⇔ Gehsteig = sidewalk (US); pavement (UK) ⇔ Giebel = gable ⇔ Greißler = ⇔ corner shop (UK); corner store (US); mom-and-pop store (US) ⇔ Haus = house ⇔ Hausvorstand = housemaster ⇔ Hinterhof = backyard ⇔ Hof = yard ⇔ Hotelareal = hotel area; hotel premises ⇔ Inlandsflughafen = domestic airport ⇔ Kassenbereich = cash register area ⇔ Kolonialstil = colonial style ⇔ Küstenstraße = coastal road ⇔ Land = country ⇔ Luftfeuchtigkeit = humidity; air moisture ⇔ Nachbar = neighbor (US); neighbour (UK) ⇔ Nationalpark = national park ⇔ Pfad = path; trail ⇔ Rückfassade = rear facade / façade ⇔ Säule = column ⇔ S-Bahnhof = rapid rail station ⇔ Schloss = palace ⇔ Schweinepferch = pig pen ⇔ Speisebereich = dining area ⇔ Stadt = town (hier angemessen, da es sich um eine kleine Stadt handelt); city (Großstadt) ⇔ Strand = beach ⇔ Straßenrand = roadside (da eine überörtlich bedeutsame Straße) ⇔ Supermarkt = supermarket ⇔ Supermarktbetreiber(in) = super market operator ⇔ Tante-Emma-Laden = corner shop (UK); corner store (US); mom-and-pop store (US) ⇔ Taschenlampe = flashlight (US); torch (UK) ⇔ Teerstraße = ⇔ tarred road (überörtlicher Bezug); tarred street (innerörtlich) ⇔ Terrasse = patio; terrace ⇔ Unterkunft = accommodation ⇔ Urwald = jungle (insbesondere tropisch); primeval forest; virgin forest ⇔ Vorfahrt (Hotels usw.) = driveway ⇔ Wachhaus = guard building; guardhouse; watch-house security building; sentry building