EfI-Englischkurs: Bummel durch Graz

Einführung

Nachdem Efi geschäftlich viel unterwegs gewesen war, machte sie sich auf zu einem Familienbesuch. Ihre Heimat ist – der Leser dürfte es bemerkt haben – Österreich. – Die Steiermark, um genau zu sein. Die Fahrt von Wien führte durch frühlingshaft getönte Landschaften. Kurz vor der Ankunft fiel Archi ein, dass die Frage aus der Kursfolge zu Moskau noch unbeantwortet ist. Gesucht waren Name und Fläche des größten Erholungsparks der russischen Hauptstadt. Er heißt "Park von Ismailowo" und bedeckt eine Fläche von rund 1.800 Hektar.

Im Text gesperrt wiedergegebene Begriffe finden sich – wie immer – am Seitenfuß übersetzt. Ansichten von Graz vermitteln eingefügte Bilder und eine Bildergalerie. PlatzsituationDas Foto in der Kopfzeile zeigt übrigens das Grazer Kunsthaus. Ein Wort noch vorab: In der heutigen Folge geht es anstrengender zu als in einigen anderen. Das liegt einmal daran, dass Graz besondere Bauwerke aufweist, also spezielle Begriffe auftauchen. Ein zweiter Grund ist ... nun, lesen Sie selbst. Viel Vergnügen mit Efi und Archi in Graz.

Bummel durch Graz

Nach einer Übernachtung im elterlichen Haus fuhren Efi und Archi nach Graz. Eine Münchener Freundin, die derart auf landestypischen Kaffee versessen war, dass sie am liebsten darin gebadet hätte, begleitete sie. Nachdem der Wagen geparkt war, spazierte das Dreigespann in Richtung Altstadt. Über die Schulter hinweg erklärte Efi, dass Graz – Nebenwohnsitze eingeschlossen – nahezu 300.000 Einwohner zählt und die Stadt an der Mur damit Österreichs zweitgrößte Kommune ist. Keine Reaktion, kein Aha. – Ihre Freundin und Archi standen weit entfernt vor einem Gemäuer und probierten ihre neuen Kameras aus. Der Tag würde heiter werden, dachte Efi, während sie ein Stadttor durchschritt. Dahinter erhob sich die "Stadtkrone". Das sehenswerte Ensemble besteht aus Dom, Katharinenkirche, alter Universität, dem im Stil des Manierismus errichteten Mausoleum von Kaiser Ferdinand II und der Grazer Burg. – Ein gefundenes Fressen für die beiden Fotografen der Ausflugsgruppe. Sie verschwanden im Innenhof der Grazer Burg. Deren Doppelwendeltreppe (offiziell "Zwillingswendeltreppe") ist eine Perle der Spätgotik. – Eine von vielen der einstigen habsburgischen Residenzstadt (1379 – 1619). Ähnlich eindrucksvolle historische Großbauwerke wie etwa Würzburg besitzt Graz nicht, doch verbanden sich einheimische, italienische und südosteuropäischeDachlandschaft Einflüsse zu einer einzigartigen Mischung (Bild 1: italienisches Flair). Nicht von ungefähr wurde die Altstadt 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Einer Gasse folgend, näherte sich die Gruppe dem städtischen Hauptplatz. Als sich Efi umsah, waren die Fotografen neuerlich verschwunden. Sie fand sie vor einer historischen Bäckerei, deren hölzerne Fassade es ihnen angetan hatte. Kaum eingesammelt, tauchten sie in eine Torfahrt, um ein weiteres Bauensemble abzulichten. Efi wartete. Da der schmale, mit Läden und Cafés besetzte Straßenzug einige reizvolle Gebäude bot – darunter die Stiegenkirche – wartete Efi noch öfter, bevor die Ausflügler dem Stadtmittelpunkt nahe kamen. Sie ließ den vom Rathaus beherrschten Hauptplatz zunächst links liegen und schlenderte den Straßenbahngleisen entlang zum Schloßberg (ß, da Eigenname). Diesen eindrucksvollen Felsen krönte einst eine Burg, später eine Festung. Die Zeit überdauerten u. a. die Kasematten, der Glockenturm und der 1570 errichtete Uhrturm. Vom Vorplatz aus führt der "Kriegssteig", eine steile Kehrtreppe, den Berg hinauf. Gehfaulen Zeitgenossen erspart ein in den Felsen getriebener Aufzug körperliche Mühen. Oben angekommen, empfing die kleine Gruppe strahlender Sonnenschein, und ein Blick über die dreiseitig von Höhenzügen eingerahmte Stadt. Eine faszinierende Aussicht auf die Grazer Dachlandschaften erschloss sich beim Abstieg über die erwähnte Treppe (Bild 2: Blick vom Kriegssteig). Fotografierfreudig fiel Archi ständig glockenspielhausweiter hinter die Damen zurück. Efi drehte wartend Däumchen. Endlich ging es weiter. Vorbei an der Dreifaltigkeitskirche hinüber zur Murinsel, einem Glanzlicht für ingenieurtechnisch Interessierte. Es handelt sich um eine 2003 entstandene, rund 1.000 qm große, im Fluss verankerte Konstruktion, die Stege mit beiden Ufern verbinden. Weiter ging es zum Minoritenkloster und der Mariahilfkirche, die ihre heutige Anmutung zwischen 1742 und 1744 erhielt. Rund um das hypermoderne Kunsthaus folgten ... ja, was wohl? – Richtig: weitere Fotostopps. Efi stand sich die Beine in den Bauch. Erfreulicherweise reizte die Franziskanerkirche ihre Begleiter wenig – die anschließenden Gässchen taten es umso mehr.

Die Gruppe erreichte den Hauptplatz, dessen Gesicht das Rathaus und der Erzherzog-Johann-Brunnen prägen. In der Herrengasse – tatsächlich eine Prachtstraße aus der Barockzeit – fanden sich zahlreiche ablichtungswürdige Gebäude, darunter das Landeszeughaus und das "Gemalte Haus". Efi verspürte Appetit auf ein stärkendes Häppchen. Auf dem Weg zum ausgewählten Lokal ging die Freundin verloren. Warten war angesagt. – Mit magenanregendem Blick auf schmausende Menschen, die allerlei Lokale rund um das Glockenspielhaus bevölkerten (siehe Bild 3). Nachdem man sich den Lockungen spanischer Leckereien ergegeben hatte, besuchte die Gruppe ein Café. Von dessen hoher Dachterrasse aus boten sich stimmungsvolle Blicke über die Dächer von Graz (siehe Bild 4; im Hintergrund der Uhrturm auf dem Schloßberg). Efis Freundin trank dermaßen rasch und viel Kaffee, dass ihr Archi nahelegte, sich das anregende Getränk intravenös zu verabreichen. Ihre Antwort: eine weitere Melange.

Nach einer entspannenden Stunde machte sich die Gruppe auf zum geparkten Wagen. Ihr Weg führte durch den Stadtpark, der den Verlauf der einstigen Stadtbefestigung nachzeichnet. Die Besichtigung mancher Sehenswürdigkeit hoben sich die Ausflügler für einen zweiten Stadtbesuch auf. So, um nur einige Beispiele zu nennen, die Ende des 19. Jahrhunderts eingeweihte Oper, das 1776 eröffnete Schauspielhaus, die Leechkirche von 1202, die in Backsteinarchitektur erbaute Herz Jesu Kirche und andere Profan- und Sakralbauwerke mehr.

Uhrenturm

Der ereignisreiche Tag neigte sich. Efi und Archi saßen beisammen und genossen die einfallende Nacht. "Wie heißt eigentlich der bekannte Brunnen auf dem Schloßberg?", fragte Efi irgendwann, "Und, wie tief ist er?" Den Namen kannte Archi, die Tiefe nicht. Ohne es damals zu ahnen, stellte Efi die zweiteilige Wissensfrage der heutigen Kursfolge: Wie heißt der Brunnen, wie tief wurde er in den Fels getrieben?

Übersetzungen

Altstadt = historic downtown (US); old city; old downtown (US); old town; old part of town ⇔ Aufzug = elevator (US); lift (UK) ⇔ Aussicht = view ⇔ Bäckerei = bakery; baker's ⇔ Backsteinarchitektur = brick architecture ⇔ Barockzeit = Baroque era; Baroque period ⇔ Bauwerk = building; structure (konstruktiv) ⇔ Brücke = bridge ⇔ Brunnen (Nutzbrunnen) = well ⇔ Burg = castle ⇔ Dachlandschaft = roofscape ⇔ Dachterrasse = roof garden (insbesondere begrünt); roof terrace; rooftop terrace ⇔ Dom = cathedral ⇔ Doppelwendeltreppe = double spiral stairs; double spiral staircase (die Treppenhäuser) ⇔ Dreifaltigkeitskirche = Trinity church ⇔ Erholungspark = recreation park; recreational park ⇔ Fassade = facade ⇔ Felsen = rock ⇔ Festung = fortress ⇔ Fläche = area ⇔ Franziskanerkirche = Franciscan church ⇔ Gasse = alley; lane ⇔ Gebäude = building; structure (konstruktiv) ⇔ Gemäuer (architektonisch) = walls ⇔ Glanzlicht = highlight ⇔ Glockenturm = bell tower ⇔ Hauptplatz = central plaza; main square ⇔ Hauptstadt = capital; capital city ⇔ Innenhof = inner courtyard; inner yard ⇔ Innenstadt = downtown (US), city centre (UK) ⇔ Jahrhundert = centrury ⇔ Kaiser = emperor ⇔ Kasematte(n) = casemate ⇔ Kommune (im Sinne von "Gemeinde") = municipality ⇔ Konstruktion = structure ⇔ Kunsthaus = House of Arts ⇔ Landeszeughaus = state armoury (UK); state armory (US) ⇔ Landschaften(en) = landscape(s) ⇔ Manierismus = Mannerism ⇔ Mauer(n) = wall(s) ⇔ Minoritenkloster = Minorite monastery ⇔ Nebenwohnsitz = secondary residence ⇔ Österreich = AustriaPlatz = square; plaza ⇔ Prachtstraße = avenue; boulevard ⇔ Rathaus = city hall; town hall ⇔ Residenzstadt (königliche) = royal capital; seat of royal power ⇔ Sakralbauwerk = religious building ⇔ Sehenswürdigkeit = sight; place of interest ⇔ Spätgotik = late Gothic period ⇔ Stadt = city (Großstadt); town ⇔ Stadtbefestigung = city fortification(s); town fortification ⇔ Stadtpark = city park; municipal park; town park; urban park ⇔ Stadttor = city gate; town gate ⇔ Steg = footbridge ⇔ Steiermark = Styria ⇔ Straßenbahngleise = streetcar tracks (US); tram tracks (UK); tramway tracks (UK) ⇔ Torfahrt = gateway ⇔ Treppe = stairs ⇔ Turm = tower ⇔ Übernachtung = overnight stay; night stop ⇔ Ufer = bank (geographisch); riverside; side of (a / the) river ⇔ Uhrenturm = clock tower ⇔ Wien = Vienna