EfI-Englischkurs: Kulturtour nach Palma

Einführung

Efis alljährlicher Wochenurlaub mit ihrem Vater stand an. Diesmal schloss sich auch der Bruder an. Archi natürlich auch, obwohl ihn das ausgeguckte Ziel keineswegs reizte. – Mallorca, die liebste Ferieninsel der Deutschen. Heiter erzählte ihm Efi, dass sie ein dem Ballermann nahes Hotel gebucht hatte. Bevor es auf die Balearen geht, sei die Wissensfrage der Kursfolge zu Istanbul beantwortet. Gefragt war, wann und wo jene Seeschlacht ausgetragen wurde, die das Ende der türkischen Vorherrschaft im Mittelmeergebiet einleitete. – Das Gemetzel fand am 7. Oktober 1571 im Golf von Patras vor Lepanto (italienisch) bzw. Nafpaktos (griechisch) stattFassade.

Im Text kursiv geschriebene Begriffe finden sich – wie üblich – am Seitenende übersetzt. Zusätzliches Bildmaterial bietet die Fotogalerie. Ach ja, noch eine Kleinigkeit vorab: Da einige Kursgeschichten nach Efis Ansicht sprachlich etwas altbacken daherkommen, versucht sich der Berichterstatter diesmal an einer etwas forscheren Schreibe. Bevor sich der nun womöglich glückstaumelnde Leser in die folgende Geschichte stürzt, sei freilich vor übergroßen Erwartungen gewarnt. Der Reporter ist ein älteres Semester, dass sich nur bedingt verbiegen kann. So, bleibt nur noch, viel Spaß mit Efi und Archi auf Mallorca zu wünschen.

Ausflug nach Palma

Die Reise begann beschaulich und, wie manch andere, am Münchener Flughafen. Bald jedoch sorgte Efis Papa für Hektik. Als das Einsteigen begann, war er unauffindbar. Letzter Aufruf, Papa noch immer weg. Efi schickte ihren Bruder und Archi an Bord, wollte mit dem nächsten Flieger nachkommen. Die Flugzeugtür schloss sich. Da zwei Passagiere fehlten, war deren Gepäck auszuladen. An sich kein Problem, nur heißen Bruder und Vater gleich. Die ausgebrochene Personalverwirrung verzögerte den Abflug. Lang genug, bis Papa eintraf. Zwanzig Gates weit war er gelaufen. In kürzester Zeit. Das sprach für Panik und – höchst erfreulich – körperliche Fitness. Mit halbstündiger Verspätung landete der Flieger auf Mallorca. Es folgte die Fahrt zum Hotel. Die Fassade hätte sich in jede Betonwüste gefügt. Die Zimmer ließen einen Instandhaltungsrückstau erkennen, waren klein, doch sauber.

Die erste Exkursion führte unsere Reisenden an den Ballermann. Die Strandpromenade bevölkerten singende, grölende, teils torkelnde Urlauber. Mit Texten der Marke "blödsinnig" unterlegte Musik wummerte in rege besuchten Bierschwemmen. Immerhin, die Stimmung war gut, erinnerte an Münchens Oktoberfest. Nach einer oberflächlichen Kneipenerkundung genehmigte sich die Runde eine Runde Bier. Nach der zweiten wirkte das befremdliche Liedgut weniger idiotisch. Efi sang so ausgelassen wie stimmgewaltig mit. Archi wusste, dass sie all die Schnulzen und närrischen Texte von Aufenthalten in österreichischen Skihütten her kannte. "Cool", fand sie, als jemand von Cowboy und Indianer zu singen begann. Sie hatte einen Heidenspaß. Schön, fand Archi, und nahm irritiert wahr, dass seine Beine den Rhythmus zu mögen schienen. Selbstredend wurde es spät, doch schon früh am folgenden Morgen brach die kleine Gruppe nach Palma auf.

Die Stadt säumt eine Bucht im Westen der Insel. Der städtische Ballungsraum zieht sich rund 30 Kilometer entlang der Küste von Magaluf bis nach S'Arenal hin. Hier wohnt mit einer halben Million Mallorquiner mehr als die Hälfte der Bevölkerung Mallorcas. Mutmaßlich besiedelt ist die größte Baleareninsel übrigens seit sieben bis acht Jahrtausenden. Ihr Zentrum, Palma, präsentiert sich als moderne Großstadt. Die Altstadt wird von einer Ringstraße umschlossen, die den Verlauf der 1902 geschleiften städtischen Befestigung nachzeichnet. Palmas Altstadt stellt sich als faszinierendes Straßengewirr dar, das auf die Zeiten der arabischen bzw. maurischen Herrschaft zurückgeht.Domportal Die damaligen Europäern kulturell turmhoch überlegenen Mauren verleibten sich die Insel im Jahr 902 / 903 ein und hielten sie bis 1229. Efi und Archi beeindruckte die stilistische Vielfalt innerhalb er Altstadt. Die stimmige Mischung spanischer, italienischer und islamischer Elemente verbindet sich zu einem Stadtbild der besonderen Art (Bild 1, oben rechts, zeigt eine Gebäudezeile in der Altstadt).

Einer unter vielen, doch der bekannteste öffentliche Platz Palmas ist der Plaça Major. Hier lässt sich trefflich sitzen und beobachten. Das gönnten sich die Reisenden. Ein Glas Wein obendrein. Palmas kulturhistorisch bedeutendstes Bauwerk und die meistbesuchte Sehenswürdigkeit ist der gotische Dom, La Seu. Das Sakralbauwerk thront direkt über einem Meeresarm. Die Kathedrale ersetzte eine Moschee. Die Grundsteinlegung erfolgte 1229 / 1230, eingeweiht wurde das monumentale Bauwerk erst 1601. Die Hauptfassade erhielt ihr heutiges Aussehen erst im Gefolge von Bauarbeiten, die sich von der Mitte des 19. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts hinzogen (Bild 2 zeigt das Hauptportal). Einen Blick wert sind auch andere der rund dreißig, zumeist während der Gotik erbauten Kirchen innerhalb der Altstadt.

Unmittelbar gegenüber dem Dom befindet sich La Almudaina, der auf den Resten einer maurischen Burg errichtete Königspalast. Südlich des Doms schließt sich der während der 1960er Jahre auf mehreren Ebenen von Joan Miro und Joan Lluis Sert angelegte Parc de la Mar an. Efi und Archi ließen sich auf einer Mauer nieder und genossen das Panorama. Beim Umzug auf eine Bank fanden sie eine Brille, eine Geldbörse, eine Kappe und einen Schirm. "Leider kein Collier", bemerkte Archi grinsend. "Kaufe mir eines", antwortete Efi schlagfertig. Wie es ihr schien, hatte er es plötzlich eilig, weitere Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Die fanden sich schnell und zahlreich. Etwa das am Hafen gelegene Castell de Bellver, ein mittelalterliches Rundschloss, das wie eine Burg anmutet. Als ähnlich eindrucksvoll empfanden Efi und Archi La Lonja (auch als "La Lonja de los Mercaderes" und "Llotja dels Mercaders" bekannt). Die einstige Seehandelsbörse zählt zu den Perlen gotischer Profanarchitektur. Heute beherbergt das Gebäude das Museum der Schönen Künste (Bild 3, unten, zeigt eine der zahllosen spannungsreichen Perspektiven, die ein Bummel durch Palma erschließt). Efis Vater hielt wacker mit beiden schritt. Ihm gefiel das Consulado del Mar, der alte, aus der Renaissance stammende Seegerichtshof, besonders. Dennoch zog es ihn in Richtung Unterkunft. Nachdem sich der ständig entfleuchte Bruder eingefunden hatte, machten sich die vier Kulturtouristen auf den Weg zur Plaça d'Espanya, dem städtischen Nahverkehrsknoten. Und so saßen die Reisenden bei Sonnenuntergang in einer Bar beisammen, schwatzten, schmiedeten Pläne und sahen geknipste Bilder durch. Wie lange und mit welchem Ergebnis, bleibt unter ihnen.

Wie in jeder Kursfolge stellt sich abschließend eine Knobelfrage: Wie hieß jener römische Konsul, der Mallorca 123 vor unserer Zeitrechnung eroberte und wie nannte er die an Stelle des heutigen Palma gegründete Siedlung?Hofsituation

Übersetzungen

Altstadt = old town; old part of town; old city ⇔ Architekt = architect ⇔ Aufenthalt = stay ⇔ Ballungsraum = conurbation ⇔ Bauarbeiten = construction work ⇔ Bauwerk = structure (konstruktiv); building ⇔ Befestigung = fortification ⇔ Betonwüste = concrete jungle ⇔ Bevölkerung = population ⇔ Bucht = bay ⇔ Burg = castle ⇔ Dom = cathedral ⇔ Einsteigen (das) = boarding (da Flugzeug) ⇔ Einwohner = citizen (rechtlich); inhabitant ⇔ Fassade = facade ⇔ Ferieninsel = holiday island ⇔ Gebäude = building ⇔ Gebäudezeile = row of buildings ⇔ Gotik = Gothic period; Gothic era ⇔ gotisch = Gothic ⇔ Grundsteinlegung = groundbreaking (US); laying of a cornerstone; laying of the first stone; laying of the foundation stone ⇔ Hafen = harbor (US); harbour (UK); port ⇔ Heidenspaß = huge fun ⇔ Herrschaft = rule, reign (monarchisch) ⇔ Insel = island ⇔ Instandhaltungsrückstau = deferred maintenance ⇔ Jahrhundert = centrury ⇔ Jahrtausend = millenium ⇔ Kathedrale = cathedral ⇔ Kirche = church ⇔ Königspalast = royal palace; king's palace ⇔ Küste = coast ⇔ maurisch = Moorish ⇔ Mallorca = Majorca ⇔ mittelalterlich = medieval ⇔ Moschee = mosque ⇔ Museum der Schönen Künste = Museum of Fine Arts ⇔ öffentlich = public ⇔ Passagier = passenger ⇔ Platz = square; plaza ⇔ Profanarchitektur = secular achitecture ⇔ Reise = journey; tour; trip; voyage ⇔ Renaissance (Stilepoche) = Renaissance; Renaissance era; Renaissance period ⇔ Ringstraße = loop (US, um ein Stadtzentrum); ring road; circular road; circumferential road; orbital road ⇔ Sackgasse = blind alley; cul-de-sac; dead-end street, impasse ⇔ Sakralbauwerk = religious building ⇔ Seegerichtshof = admirality court ⇔ Sehenswürdigkeit = sight; place of interest; curiosity ⇔ Sonnenuntergang = sunset ⇔ Stadt = city (hier zutreffend, da Palma eine Großstadt ist); town ⇔ Stadtbild = cityscape ⇔ Strandpromenade = beach promenade ⇔ Straßengewirr = maze of streets ⇔ Siedlung = settlement ⇔ Unterkunft = accommodation ⇔ Zimmer = room; key (hotelsprachlich)