EfI-Englischkurs: Ausflug nach Dubrovnik

Einführung

Kürzlich besuchten Efi und Archi Trogir, heute zieht es die Reisenden nach Dubrovnik, in eine Stadt im äußersten Süden Dalmatiens. Bevor wir Efi und Archi dorthin begleiten, sei die dreiteilige Rätselfrage aus der Kursfolge zu Trogir beantwortet. Diese bezog sich auf das antike Relief eines Gottes, der den rechten Augenblick bzw. eine günstige Gelegenheit symbolisiert. Der himmlische Geselle heißt Kairos. Aufbewahrt wird das Kunstwerk im Nikolaus-Kloster. Zum dritten Fragenteil: Gewiss kennen Sie das Wortbild "eine Gelegenheit beim Schopf packen". Nun, es hat seinen Ursprung in der Locke des Kairos: Packt man sie, ergreift man die Gelegenheit, verfehlt man sie, sieht man ihr nach bzw. auf den kahlen, nicht greifbaren Hinterkopf des enteilten Kairos.

Die Übersetzungen im Text kursiv geschriebener Begriffe finden sich – wie gewohnt – am Seitenfuß. Auch zur heutigen Kursfolge gibt es eine ergänzende Bildergalerie.

Ausflug nach Dubrovnik

Efi und Archi brachen früh auf an diesem sommerheißen Tag. In Split verfehlten sie die Autobahnauffahrt. Das kleine Malheur bescherte ihnen zwar den Schleichverkehr der Festung BokarKüstenstraße, doch erst versüßten herrliche Ausblicke auf die Adria mit ihren vielen Inseln das Gezuckel, und dann, nachdem sie in Richtung Gebirge abgebogen waren, traumhaft schöne Natur- und Kulturlandschaften. Efi und Archi genossen die Fahrt. Dann jedoch standen sie unvermittelt vor einer Zollstation. Verblüfft erkannten sie, dass die Grenze zu Bosnien-Herzegowina vor ihnen lag. An sich kein Beinbruch, nur führte Archi keinen Pass mit sich. Ohne mit der Wimper zu zucken, ließen sich die Reisenden durchwinken. Dasselbe Spiel wiederholte sich am bald folgenden Grenzübergang. Gegen Mittag erreichten sie Dubrovnik, das u. a. in deutschsprachigen Quellen als "Ragusa" auftaucht. Efi und Archi stellten ihren Wagen in einer Parkgarage ab und strebten der seit 1979 als UNESCO-Weltkulturerbe gelisteten Altstadt entgegen. Bald kamen erste Bastionen und Bollwerke in Sicht. – Monumentale Zeugen von Dubrovniks strategischer Lagegunst, die diese "Perle der Adria" – so ein schmückender Beiname der Stadt – zum Zankapfel zahlreicher Reiche und Herrscher machte.

Efi und Archi verweilten unweit eines Tores und sahen sich um. Im Nordwesten ragte der 1464 vollendete Minčeta-Turm vor ihnen auf. Er bildet die stärkste landseitige Befestigung und zugleich den höchsten Punkt der städtischen Verteidigungsanlagen. Östlich von ihrem Standpunkt strömten Touristenmassen durch ein Tor. Efi und Archi beschlossen, sich später ins Getümmel zu stürzen. Etwas ausgedörrt von der Fahrt ließen sie sich in einem Lokal nahe dem Pile-Tor, das lange das städtische Haupttor bildete, nieder. Früher besaß es eine Zugbrücke, die später von einer Steinbrücke abgelöst wurde. Den Blick auf die Festung Bokar mit ihren zweistöckigen Kasematten (Bild 1) und die nochmals eindrucksvollere Festung Lovrijenac ließ sich der Wirt gehörig versilbern. Die Festung Lovrijenac thront auf einem 37 m hohen Felsen. Ihre seewärtigen, mit mächtigen Brüstungen versehenen Mauern sind bis zu 12 m dick, die zur Stadtmauer gewandten Partien hingegen nur 60 cm. Detail am Rande: Dubrovniks bis zu 6 m starke und bis zu 25 m hoch aufragende Stadtmauern erstrecken sich über eine Länge von 1.940 m; sie zählen zu Europas besterhaltenen Befestigungen.

Nachdem sich Efi und Archi erfrischt hatten, betraten sie die Altstadt durch das Pile-Tor. Nach einigen festungsbaulich erzwungenen Wendungen erstreckte sich der "Stradun", die auch "Placa" genannte Zentralachse innerhalb des Stadtkerns, vor ihnen. Die glatten Steinplatten der einstigen Haupteinkaufsstraße spiegelten wie eine Wasserfläche. Den tornahen Großen Onofrio-Brunnen umlagerten erschöpfte Touristen, linker Hand stiegen frischere Besucher die steile, zu den Wällen führende Treppe hinauf. Wie Efi unfroh feststellte, waren 10 € für ein Ticket zu berappen, das einen Rundgang auf den Wällen gestattet. Ihre Miene hellte sich auf, als sie ein nett anmutendes Geschäft ausmachteAltstadtgasse, das sich bei näherer Betrachtung als dröger Andenkenladen entpuppte. Bevor sie Trübsal blasen konnte, zog Archi sie mit sich fort, hinein in eine der zahlreichen Gassen, die auf der östlichen Seite des Stradun geradenach abenteuerlich steil ansteigen (siehe Bild 2, links). Efi bugsierte ihn umgehend wieder hinaus in den Menschenstrom der Hauptstraße. – Vermutlich, um einen besser bestückten Laden ausfindig zu machen, vielleicht, um dem zweifellos schweißtreibenden Aufstieg zu entgehen.

Unser reiselustiges Gespann widmete sich Dubrovniks Architektur. Efi und Archi wussten, dass viele Gebäude dem großen Erdbeben von 1667 zum Opfer gefallen waren. Unter den wenigen Renaissance-Bauwerken, die jene Naturkatastrophe überdauerten, sticht der aus dem 16. Jahrhundert stammende, heute als Nationalarchiv dienende Sponza-Palast hervor. Zu den Glanzlichtern unter Dubrovniks Profanbauten zählt weiterhin der Rektorenpalast. Während der Spätgotik erbaut, präsentiert er sich nach mehrfachem Wiederaufbau und einigen Umbauten in einer Stilmischung aus Gotik und Renaissance; bemerkenswert sind u. a. die fein gemeißelten Kapitelle. Ebenfalls sehenswert sind Zollhaus und Rathaus.

Menschgemachtes Unheil suchte Dubrovnik während des kroatischen Kampfes um die Unabhängigkeit heim. 1991 beschossen serbisch-montenegrinische Kampfverbände die Stadt und verheerten sie schwer. Die meisten Schäden sind behoben, die historische Bausubstanz erstrahlt in altem Glanz. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen einige Kirchen. Die bei Einheimischen beliebteste ist dem städtischen Schutzheiligen, St. Blasius, geweiht. Größer ist der im Barockstil prunkende Dom. Innerhalb der Mauern befinden sich drei größere Klöster, von denen sich insbesondere das Franziskanerkloster als touristischer Magnet erweist; es beinhaltet Europas älteste Apotheke. Die gepriesene Rolandsäule empfanden Efi und Archi als künstlerisch mittelmäßig. Sie durchschlenderten ein Tor im Osten der Stadt und besichtigten Dubrovniks gewaltigstes Festungsbauwerk: den neuen, 1549 vollendeten Revelin, der seinen Vorgänger – eine weit bescheidener ausgelegte Torfestung – ersetzte. Er war derart solide gemauert, dass er selbst das Erdbeben von 1667 überstand. Nicht von ungefähr barg er die städtische Schatzkammer.

Nach einem einverleibten Häppchen in einem der vielen Lokale in einer der vielen Gassen kehrten Efi und Archi auf den Stradun zurück (Bild 3), um sich in Richtung Parkhaus aufzumachen. Spät am Abend – nachdem Archi die Grenzen Bosnien-Herzegowinas neuerlich passlos überquert hatte – kamen sie in Trogir, dem Ausgangspunkt ihres Ausfluges, an. Was sie dort noch unternahmen, bleibt ihr Geheimnis. Rätseln darf der geneigte Leser gerne. – Sofern er mag, auch darüber, wie jener General bzw. spätere Marschall hieß, der 1808 das Ende der Republik Ragusa verkündete, und welcher Nationalität er war.Stradun

Übersetzungen

Altstadt = old town; old part of town ⇔ Andenkenladen = souvenir shop (UK); souvenir store (US) ⇔ Apotheke = pharmacy ⇔ Architektur = architecture ⇔ Autobahnauffahrt= freeway entrance ramp (US); motorway access (UK); slip road (UK) ⇔ Ausflug = trip; excursion ⇔ Barockstil (Stilperiode) = Baroque style; baroque style ⇔ Barockgebäude = baroque building; Baroque building ⇔ Bastion = bastion ⇔ Bausubstanz = building fabric ⇔ Befestigung = fortification ⇔ Berg = mountain ⇔ Bollwerk = bulwark ⇔ Brücke = bridge ⇔ Brüstung = parapet ⇔ Dalmatien = Dalmatia ⇔ Dom = cathedral ⇔ Erdbeben = earthquake; quake (Kurzform) ⇔ Felsen = rock ⇔ Festung = fortress ⇔ Festungsstadt = fortress town ⇔ Franziskanerkloster = Franciscan monastery ⇔ Gasse = alley; lane ⇔ Gebäude = bulding; structure (im Sinne von Bauwerk bzw. Konstruktion) ⇔ Gebirge = mountains (Plural) ⇔ Gelegenheit = opportunity ⇔ Geschäft = shop (UK); store (US) ⇔ Grenzübergang = border checkpoint; border crossing ⇔ Hafen = harbor (US); harbour (UK) ⇔ Haupteinkaufsfstraße = high street (UK); main shopping street ⇔ Hauptstraße = main street ⇔ Haupttor = main gate ⇔ Insel = island ⇔ Jahrhundert = century ⇔ Kapitell = capital ⇔ Kasematte = casemate ⇔ Kirche = church ⇔ Kloster = monastery (Mönchskloster); convent (Nonnenkloster) ⇔ Kulturlandschaft = cultural landscape ⇔ Küste = coast ⇔ Küstenstraße = coastal oad ⇔ Laden = shop (UK); store (US) ⇔ Landesgrenze = border, national border ⇔ Markt = market ⇔ Mauern = walls ⇔ Nationalarchiv = national archives (Plural) ⇔ Naturkatastrophe = natural desaster ⇔ Parkhaus (mehrgeschossig) = multi-storey car park (UK), parking block (US); parking garage (US) ⇔ Platz = square ⇔ Profanbau = secular building <-> Rathaus = city hall (Großstadt); town hall (Klein- / Mittelstadt) ⇔ Rektorenpalast = Rectors Palace ⇔ Renaissance (Stilepoche) = Renaissance; Renaissance era; Renaissance period ⇔ Renaissance-Bauwerk = Renaissance building; Renaissance structure (konstruktiv) ⇔ Schäden = damages ⇔ Schatzkammer = treasury ⇔ Schutzheiliger = patron saint ⇔ Sehenswürdigkeit = sight; place of interest; curiosity ⇔ Spätgotik = late Gothic; late Gothic period ⇔ Stadt = town; city ⇔ Stadtkern = town center (US); town centre (UK); town core; city center (US); city centre (UK); city core ⇔ Stadtmauer = town wall ⇔ Stadttor = town gate; city gate ⇔ Steinbrücke = stone bridge ⇔ Steinplatte = stone slab ⇔ Stilmischung = blend of styles ⇔ Tor = gate ⇔ Treppe = stairs ⇔ Umbauten= alterations ⇔ Unabhängigkeit = independence ⇔ Verteidigungsanlage = defence system UK); defense system (US) ⇔ Wall (Schutzwall, Verteidigungsmauer) = rampart ⇔ Weltkulturerbe = World Cultural Heritage ⇔ Wiederaufbau = reconstruction ⇔ Wirtschaft = economy ⇔ Zankapfel = apple of discord; bone of contention ⇔ Zentralachse = central axis ⇔ Zollhaus = custom house; customs house ⇔ Zollstation = customs station ⇔ Zugbrücke = drawbridge