EfI-Englischkurs: Laue Nächte in Trogir

Einführung

Diesmal machten sich Efi und Archi mit dem Auto auf den Weg. – Und gerieten promt in einen Stau. Drei, von amüsanten Beobachtungen geprägte, insgesamt jedoch ereignislose Stunden geben uns Gelegenheit das Rätsel aus der Folge zu Colombo aufzulösen. Gesucht war der englische Name von Sri Lankas heiligem Berg, zu dessen Gipfel tausende Stufen führen. – Er heißt Adam's Peak. Ihn zu besteigen, ist ein Muss. – Jedenfalls für halbwegs fitte Landesbesucher. Wer lediglich eine "Kneipenkondition" mitbringt, sollte sich gut überlegen, ob er den Berg angeht, da es die mehr als 1.000 Höhenmeter (jeweils auf- und abwärts) in sich haben und eine Tour vermutlich zur Tortur gerät. Für alle anderen zwei Tipps: Wärmende, windschützende Kleidung einpacken und gegen drei Uhr morgens aufbrechen, um den einzigartigen Sonnenaufgang zu erleben. Nach diesem Abstecher in tropische Breiten, kehren wir zurück in europäische Gefilde.

Im Text kursiv geschriebene Wörter finden sich – wie üblich – am Seitenende übersetzt. Wie jüngere Vorgänger bietet diese Kursfolge vermehrt alltagsrelevante Übersetzungen abseits der Immobilienwirtschaft. Nachdem viele Besucher zahlreiche Begriffe aus früheren Abenteuern von Efi und Archi verinnerlicht haben dürften, gehen wir diesbezüglich heute in die Vollen. – Will sagen: die Übersetzungsliste ist lang. Ein wenig versüßt wird diese Kursfolge – so hoffe ich – durch die Bildergalerie zu Trogir. Doch nun viel Vergnügen mit Efi und Archi in Dalmatien.

Laue Nächte in Trogir

Efi rückte ihren Sommerhut zurecht und sah Archi erwartungsvoll an. Er nickteStadttor ihr zu und beide fuhren los. Trogir hieß ihr Ziel, eine in Dalmatien gelegene Stadt mit rund 11.300 Einwohnern. Nachdem sich der eingangs erwähnte Stau – wie die Nummernschilder verrieten, eine paneuropäische "Veranstaltung" – aufgelöst hatte, ging die Fahrt über Zagreb weiter nach Süden. Am Spätnachmittag entfaltete sich ein sehenswertes Panorama vor den Reisenden: eine geschwungene, von Inseln durchsetzte Bucht. Entlang der Küste breitete sich Trogir aus. Der Gegensatz von Altstadt und jüngeren Stadterweiterungsgebieten zeichnete sich klar ab. Hafen, Kanäle und Brücken grüßten im abendlichen Licht.

Efi und Archi fuhren zur Küste hinab und sahen sich nach einer Unterkunft um. Neuerlich bewährte sich Efis auf Märkten und in Basaren rund um die Welt verfeinertes Verhandlungsgeschick: Sie schlug einen satten Nachlass auf den geforderten Zimmerpreises heraus. Die beiden brachten ihr leichtes Gepäck aufs Zimmer und bald schlenderten sie der nahen Altstadt entgegen.

Trogir blickt auf eine 2.300 in die Vergangenheit reichende, ununterbrochene Siedlungsgeschichte zurück. Die Altstadt lag auf einer Halbinsel, bevor sie bereits während der griechischen Siedlungsperiode durch einen Kanal vom Festland abgeschnitten wurde. Mit diesem ist sie durch eine Steinbrücke sowie einen Bogensteg, mit der vorgelagerten Insel Čiovo durch eine Klappbrücke verbunden. Der historische Stadtkern bewahrte sein mittelalterliches Erscheinungsbild in lupenreiner Form. Es gibt in Ost- bzw. Südosteuropa keine ähnlich gut erhaltene romanisch-gotische Innenstadt. Es verwundert wenig, dass die Altstadt 1997 zum Weltkulturerbe erhoben wurde. Das UNESCO-Komitee fasste wesentliche Stadtmerkmale knackig zusammen: "The orthogonal street plan of this island settlement dates back to the Hellenistic period and it was embellished by successive rulers with many fine public and domestic buildings and fortifications. Its beautiful Romanesque churches are complemented by the outstanding Renaissance and Baroque buildings from the Venetian period." Nun, wie unsere Reisenden bestätigen können, trafen die Leute den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf. Efi und Archi betraten die Altstadt durch eines der Stadttore (das Bild rechts zeigt das meerseitige Tor "an der Riva"). Efi entzückten die mittelalterlichen, durchgängig blitzblank gefegten KathedraleGassen und Plätze.

Trogirs Wirtschaft beruht zu erheblichen Anteilen auf dem Fremdenverkehr. Ablesen lässt sich das an 20.000 verfügbaren Gästebetten, was sich in die erstaunliche Zahl von annähernd 1,8 Betten je Einwohner übersetzt. Archi hatte die Zahl im Kopf, doch Efi erkannte den Stellenwert des Tourismus ohnehin angesichts augenfälliger Erscheinungen. Da waren einmal die dichten Touristenströme, die sich durch die Hauptstraßen bzw. breiteren Gassen wälzten, darunter – während vieler jüngerer Reisen beobachtet – mehr chinesische Kleingruppen als japanische Bustouristen. Auch die hochgradig verdichtete gastronomische Szene sowie vorwiegend Nippes feilbietende Läden und Geschäfte erzählten von Trogirs touristischer Anziehungskraft. Apropos: Wen die mythische babylonische Sprachverwirrung fasziniert, findet sie hier. – Zumindest während der Hauptreisezeit.

Trogirs Sehenswürdigkeiten wirken jeweils für sich wenig eindrucksvoll, wenn man denn große Architektur mit gigantischen Bauwerken verbindet. Die Altstadt begeistert durch ihren menschlichen Maßstab, durch die Stimmigkeit einzelner Gebäude untereinander. Kurzum: Trogir besticht durch seine Ensemblewirkung, durch die harmonische Mischung mittelalterlicher Bausubstanz mit nahtlos eingefügten Bauten der Renaissance und des Barock.

"Putzig", befand Efi, während Archi eine Hofsituation ablichtete, die anmutete als wäre die Zeit seit frühen Tagen der venezianischen Herrschaft über das Städtchen – sie begann im Jahr 1420 – stillgestanden. Lächelnd wies er auf eine einladende Kneipe. Efi strahlte, sie setzten sich und genehmigten sich ein Bier. – Jeder eines, um genau zu sein. Sie hatten viel gesehen. Innerhalb der Stadtmauern fanden sich zahlreiche Kirchen, darunter die St. Laurentius Kathedrale, an der über Jahrhunderte hinweg gebaut wurde. Zu den für sich genommen wirkungsmächtigsten Gebäuden zählen weiterhin der Fürstenpalast (13. Jahrhundert), großer und kleiner Cipiko-Palast (15. Jahrhundert), das Rathaus und die Stadtloggia (15. Jahrhundert). Efi und Archi gingen fotografisch eingefangene Perspektiven durch. Schläfe an Schläfe, während der Jahre und vieler gemeinsamer Fahrten zu einem einträchtigen Gespann verschmolzen. Da einige Bilder wenig überzeugten, brachen beide auf und lichteten dies und das nochmals ab. Anschließend besichtigten sie den jenseits der Stadtmauern gelegenen Wehrturm Sveti Marko sowie die im 15. Jahrhundert errichtete "Festung Kamerlengo", die streng genommen eher eine burgähnliche Befestigung als eine Festung darstellt.Hafenseite

Das Dunkel der einziehenden Nacht fiel, als beide Trogirs meerseitige Promenade entlang schlenderten (rechts eine von einem Boot aus aufgenommene Ansicht der städtischen Meerseite). Laue Winde umschmeichelten sie, die Masten moderne High-Tech-Segler und schnittiger Großyachten ragten himmelwärts, Lampions ließen Gemäuer magisch erglühen und zeugten gaukelnde Schatten. Unter einem silbrigen Mond saßen Efi und Archi zusammen an einem kleinen Tisch und träumten von vergangenen Zeiten und dem Nun. – Vor den Mauern einer alten, einer uralten Stadt.

Überlassen wir Efi und Archi sich selbst, verabschieden wir uns behutsam und wenden uns der abschließenden Rätselfrage zu. In Trogir befindet sich ein antikes Steinrelief aus dem 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Es zeigt einen altgriechischen Gott, der den rechten Augenblick bzw. eine günstige Gelegenheit versinnbildlicht. Hier nun die dreiteilige Frage: 1. Wie heißt dieser Gott. 2. Wo wird das Relief verwahrt? 3. Weshalb trägt der Gott vorn eine aufgewehte Locke, während sein Hinterkopf kahl ist?

Übersetzungen

Altstadt = old town; old part of town ⇔ Architektur = architecture ⇔ Basar = bazaar ⇔ Barock (Stilperiode) = Baroque; Baroque era; Baroque period ⇔ Barockgebäude = baroque building; Baroque building ⇔ Bausubstanz = building fabric ⇔ Befestigung = fortification ⇔ Berg = mountain ⇔ Bogensteg = arched footbridge ⇔ Breite (geographisch) = latitude ⇔ Brücke = bridge ⇔ Bucht = bay ⇔ Dalmatien = Dalmatia ⇔ Einwohner = citizen (rechtlich); inhabitant; population (Sammelbegriff bzw. "Bevölkerung") ⇔ Festland (geographisch) = mainland ⇔ Festung = fortress ⇔ Gasse = alley; lane ⇔ Fremdenverkehr = tourism ⇔ Fürstenpalast = Duke's Palace (das englische Adelssystem kennt keine Entsprechung für den deutschen "Fürsten" ⇔ Gebäude = bulding; structure (im Sinne von Bauwerk bzw. Konstruktion) ⇔ Geschäft = shop (UK); store (US) ⇔ Gipfel = peak; summit; top ⇔ gotisch = Gothic ⇔ Hafen = harbor (US); harbour (UK) ⇔ Halbinsel = peninsula ⇔ Hauptstraße = (hier) main street ⇔ Immobilienwirtschaft = real estate industry ⇔ Insel = island ⇔ Inselstadt = island town ⇔ Jahrhundert = century ⇔ Kanal (künstlich angelegt) = canal ⇔ Kirche = church ⇔ Klappbrücke = bascule bridge ⇔ Küste = coast ⇔ Laden = shop (UK); store (US) ⇔ Markt = market ⇔ Mauern = walls ⇔ Meerseite = seaside ⇔ menschlicher Maßstab = human scale ⇔ mittelalterlich = medieval ⇔ Nachlass (Preisabschlag) = discount ⇔ Nummernschild = license plate (US), registration plate (UK); vehicle registration plate ⇔ Platz = square ⇔ Rathaus = city hall (Großstadt); town hall (Klein- / Mittelstadt) ⇔ Renaissance (Stilepoche) = Renaissance; Renaissance era; Renaissance period ⇔ Renaissance-Architektur = Renaissance architecture ⇔ Sankt Laurentius Kathedrale = Saint Lawrence Cathedral; Cathedral of St. Lawrence ⇔ Sehenswürdigkeit = sight; place of interest; curiosity ⇔ Siedlungsgeschichte = settlement history ⇔ Siedlungsperiode = settlement period; settlement era (seltener) ⇔ Sonnenaufgang = sunrise ⇔ Spätnachmittag = late afternoon ⇔ Stadt = town (hier zutreffend, da Trogir eine Kleinstadt ist); city ⇔ Stadterweiterungsgebiet = town extension area (da Kleinstadt) ⇔ Stadtkern = town center (US); town centre (UK); town core; city center (US); city centre (UK); city core ⇔ Stadtloggia = town loggia (da Kleinstadt) ⇔ Stadtmauer(n) = town wall(s) ⇔ Stadtmerkmale = town characteristics ⇔ Stadttor = town gate (hier zutreffend, da Kleinstadt); city gate ⇔ Stau (Verkehrsstau) = traffic congestion; traffic jam ⇔ Steinbrücke = stone bridge ⇔ Stufe = step ⇔ Unterkunft = accommodation ⇔ Weltkulturerbe = World Cultural Heritage ⇔ Wirtschaft = economy ⇔ Zeitrechnung = (hier) calendar ⇔ Zimmerpreis = room rate (hotelsprachlich)