EfI-Englischkurs: Heiße Tage in Colombo

Einführung

Da nicht jeder Leser wissen dürfte, wo Colombo liegt, gucken wir auf einen Globus. Deutschland suchen, Erdkugel nach links bzw. Westen drehen, bis Indien auftaucht. Nun den Blick zur Südspitze des Subkontinents wandern lassen. Rechts bzw. östlich davon liegt Sri Lanka, das ehemalige Ceylon, und an dessen Westküste Colombo – singhalesisch කොළඹ, tamilisch கொழும்பு geschrieben. Hier landeten Efi und Archi. Sie verabschiedeten sich von einer Mitreisenden, die sich als Leserin ihrer Reiseberichte entpuppt und alle dort zu findenden Rätsel gelöst hatte. Sie fand gewiss auch die Antwort auf jenes aus der Folge zu Budapest. Gesucht war der Name des ersten ungarischen Herrschergeschlechts. – Es waren die Arpaden.

Im Text kursiv geschriebene Begriffe finden sich – wie stets – am Seitenfuß übersetzt. Mehr Bildmaterial als folgender Artikel bietet die Bildergalerie "Colombo"Hindutempel.

Heiße Tage in Colombo

Wie die meisten ihrer Reisen gingen Efi und Archi auch diese dreiwöchige Tour ohne vorherige Planung an. Sie hatten lediglich die erste Übernachtung vorgebucht. Die Fahrt zum Hotel zog sich hin, ohne zu langweilen. Ausgehend vom Stadtrand reihten sich Werkstätten, Geschäfte und Wohnquartiere entlang der Hauptverkehrsstraße. Die Bebauung wirkte unsortiert, manche Gebäude muteten wie Bauruinen an. Über dem scheinbar chaotischen, doch auffallend flüssigen Verkehrsstrom – in weiten Teile Asiens gilt es als Energieverschwendung, zu bremsen – schwebten Auspuffgase im tropisch heißen Nachmittag.

Das Hotel lag in einem mit Betonsperren gesicherten Bereich unmittelbar bei den Zwillingstürmen des World Trade Center, die Colombos Rolle als Primatstadt und wirtschaftliches Zentrum der Insel symbolisieren. Der Regierungssitz wurde 1982 jedoch in das nahe Sri Jayawardenapura Kotte verlegt. Colombo zählt rund 650.000 Einwohner, der Metropolraum etwa 5,7 Mio. Dank dem geschützten Naturhafen diente der Ort bereits segelnden Händlern des Altertums als beliebte Anlaufstelle und wichtiger Warenumschlagspunkt. Nebenbei bemerkt: Bevor Tee zum Exportschlager wurde, war es Zimt.

Das Hotel nahm die oberen Etagen eines Mischnutzungsgebäudes ein. Nach einer erfrischenden Dusche machten sich Efi und Archi auf den Weg. Alle paar Schritte von Tuk-Tuk-Fahrern angesprochen. Irgendwann ließen sie sich auf einen Plausch mit einem Vertreter der Kleintaxizunft ein, handelten einen Preis für eine Stadtrundfahrt aus und der munter erzählende Singhalese kurvte los. Er zeigte Efi und Archi zahlreiche Bauwerke und Lagen, die er als touristisches Pflichtprogramm aufzufassen schien. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen, beispielsweise, der hinduistischen Murugan-Tempel (Bild oben rechts), das im Stadtbezirk Cinnamon Gardens (Zimtgärten) gelegene Rathaus, der ebenfalls hier zu findende Unabhängigkeitsplatz, der Beira See (Lake Beira) und der Galle Face Green, eine lange, von Rasenflächen beherrschte Strandpromenade. Efi empfand dies und das als nett, doch keine Ansicht als wahrlich beeindruckend. Archi sah es Fortbezirkihr an; er hoffte auf die Galle Road, eine Handels- und Gewerbemeile, in der u. a. das eine oder andere moderne Einkaufszentrum liegt. Zwar teilte er Efis Begeisterung für Krusch, Kram und Einkaufsbummel keineswegs, doch sah er sie gerne glücklich. – In der Galle Road wurde sie es nicht. Also bat Archi den Fahrer, sie zum Fort zu bringen. Der Tuk-Tuk-Kapitän tat es, ohne dass Archi die erwartete Festung zu Gesicht bekam. Der Fahrer versicherte freilich, nachdrücklich in eine Gasse deutend, sie sei da. Nachdem Archi einen zwischen Efi und Fahrer entbrannten Disput um das an sich vorvereinbarte Beförderungsentgelt mittels Zahlung eines gemittelten Preises beendet hatte, tauchten die Reisenden ein in die umtriebige Welt bunter Basare. Nach dem Fort gefragte Einheimische, beschrieben Wege. Irgendwann standen Efi und Archi vor einem kleinen Gebäude. Portugisisch-holländisch-britisch-muslimische Stilmischungen, die Efi, im Flieger von Doha vorlesend, erwähnt hatte, erkannte Archi in dem Gemäuer nicht. Auch kein Fort. Efi grinste belustigt, als ihrem gewöhnlich schnell schaltenden Freund ein Licht aufging: Der Bezirk hieß Fort. Bald grinste Archi. Die nach Warengruppen sortierten Basargassen (siehe Bild oben links) weckten gänzlich ungewohnte Bummelgelüste. Und die lebte er aus. Nach zwei Stunden schwor sich Efi, keinen Laden mehr zu betreten. Nie mehr! Nun, lange hielt ihre diesbezügliche Bestimmtheit nicht vor ... die Auslagen eines Gewürzhändlers lachten sie unwiderstehlich lockend an.

Nach einem Abstecher zur Jami Ul Alfar Moschee (siehe Bild unten rechts) beschlossen Efi und Archi, das Grand Hotel zu besichtigen. Das lag am Hafen, also begaben sich beide dorthin. Weshalb sie anstehen, ihre Pässe und irgendwelche Berechtigungskärtchen inmitten sichernder Soldaten vorzeigen sollten, erschloss sich Efi und Archi nur bedingt. Wie auch immer, sieMoschee zückten ihre Reisepässe (Berechtigungskärtchen besaßen sie nicht) hielten sie vor prüfende Augen, steckten sie wieder weg und ließen verdutzte Kontrolleure zurück, während sie einer zweiten Kontrollstelle zustrebten. Dort wünschte ein Offizier ihre Berechtigungskärtchen zu sehen (die sie noch immer nicht besaßen). Ihren geäußerten Wunsch, das Grand Hotel zu besichtigen, konnte der gute Mann halbwegs nachvollziehen, weshalb sie deshalb die halbe Hafenwache in Alarmzustand versetzten, nicht. Immerhin bot er Efi und Archi eine Eskorte an, wenn sie nur die Güte besäßen, den Betrieb nicht weiter zu stören. Archi grinste Efi an, sie den Offizier. "Langer Flug gewesen.", erklärte sie ihm, nahm Archi bei der Hand und die beiden verabschiedeten sich aus dem Sperrgebiet.

Im Hotel angekommen, duschten unsere Reisenden und begaben sich auf die Dachterrasse des gastlichen Hauses. Lauer Wind empfing sie, eine lange Reihe leerer Tische. Nach längerem Warten bat Efi einen hin und her wieselnden Ober heran. Ob es etwas zu trinken gäbe, fragte sie. Er bejahte, ließ allerdings durchblicken, dass Efi und Archi doch recht verfrüht zur Party eingetroffen wären. Alsbald fluteten Menschen die Terrasse. Efi und Archi zogen sich an einen Winzigtisch an der Dachbrüstung zurück, um nicht zu stören. Ein Mann sah das, kam heran und lud sie ein, den mütterlichen Geburtstag mitzufeiern. – Wie sich erwies, war Mama die Schwester des Staatspräsidenten. Die Musik ging Efi ins Blut und so begann sie zu tanzen. Ohne zu bemerken, dass nur Männer tanzten. Anscheinend üblich und ein Brauch. Doch bald tanzte Mama mit und auch andere Frauen wagten sich aufs Parkett. Es gibt Bilder von dieser Begebenheit, doch gezeigt werden diese hier und heute nicht.

Ausklingen lassen wir auch diese Folge mit einer Rätselfrage: Wie heißt Sri Lankas bekanntester Berg mit englischem Namen? – Jener Berg, auf den Tausende Stufen hinaufführen?

Übersetzungen

Altertum (Antike) = ancient times ⇔ Ansicht = view ⇔ Auspuffgase = exhaust fumes ⇔ Basar = bazaar ⇔ Bauruine = unfinished building ⇔ Bauwerk = structure (technisch bzw. konstruktiv); building ⇔ Berg = mountain ⇔ Betonsperre = concrete barrier ⇔ Bezirk = district ⇔ Dachbrüstung = roof parapet ⇔ Dachterrasse = roof-deck; roof garden; roof terrace ⇔ Einkaufsbummel = shopping expedition ⇔ Einkaufszentrum = mall (US; geschlossenes Center); shopping center (US); shopping centre (UK) ⇔ Einwohner = citizen (rechtlich); inhabitant; population (Sammelbegriff bzw. "Bevölkerung") ⇔ Etage = floor; storey (UK); story (US) ⇔ Festung = fortress ⇔ Gasse = alley; lane ⇔ Gebäude = bulding; structure (im Sinne von Bauwerk bzw. Konstruktion) ⇔ Geschäft = shop (UK); store (US) ⇔ Globus = globe ⇔ Hafen = harbor (US); harbour (UK) ⇔ Hauptverkehrsstraße = arterial road ⇔ Insel = island ⇔ Kontrollstelle = check point ⇔ Laden = shop (UK); store (US) ⇔ Lage = location ⇔ Mischnutzungsgebäude = mixed-use building ⇔ Moschee = mosque ⇔ Naturhafen = natural harbor (US); natural harbour (UK) ⇔ Primatstadt = primate city ⇔ Rathaus = city hall (Großstadt); town hall (Klein- / Mittelstadt) ⇔ Regierungssitz = seat of government ⇔ Sehenswürdigkeit = sight; place of interest; curiosity ⇔ Sperrgebiet = prohibited area; restricted area; no-go area ⇔ Stadtbezirk = city district ⇔ Stadtrand = city fringe; city periphery; outskirts; town fringe; town periphery; urban fringe (allgemein) ⇔ Stadtrundfahrt = city tours ⇔ Stilmischung = blend of styles ⇔ Strandpromenade = beach promenade ⇔ Übernachtung = overnight stay ⇔ Unabhängigkeitsplatz = Independence Square (Eigenname) ⇔ Warengruppe = class of good; commodity group; mechandise category ⇔ Werkstadt = workshop ⇔ Westküste = west coast ⇔ Winzigtisch = tiny table ⇔ Wohnquartier = residential quarter ⇔ Zimt = cinnamon ⇔ Zwillingstürme = twin towers