EfI-Englischkurs: Exkursion Budapest

Einführung

Als Archi beruflich nach Budapest reisen musste bzw. durfte, fuhr Efi mit ihm. Sie gedachte, ausgiebig zu bummeln und – selbstredend – ein wenig einzukaufen. Zwar kam sie zu ihrem Recht, doch das nur nebenher, insofern sich zahlreiche Fragen zur Stadtplanung und den Aussichten des örtlichen Immobilienmarktes in den Vordergrund spielten. – Schließlich unternahm Archi keine Vergnügungstour. Bevor wir uns den Reisenden anschließen, ist die Frage aus der letzten EfI-Folge zu Rom zu beantworten. Gefragt war, durch welche sagenhafte Untat Romulus dem römischen Männerüberschuss begegnete. Nun, er und seine Mannen entführten die Sabinerinnen. Bekannt wurde das hinterlistige Treiben als "Raub der Sabinerinnen".

Im Text gesperrt geschriebene Begriffe finden sich – wie üblich – am Seitenende übersetzt. Und noch ein Hinweis: Mehr Bildmaterial als in folgendem Artikel findet sich in der Bildergalerie "Budapest".

Exkursion Budapest

Efi und Archi fuhren über Parlamentdie Autobahn von Wien in Ungarns Hauptstadt mit ihren rund 1,7 Mio. Einwohnern. Budapest entstand 1873 durch Verschmelzung der Gemeinden Buda, Pest und Óbuda. Am Stadtrand reiht sich entlang der Autobahn ein Fachmarkt an den anderen.

In der Stadt beharrte das Navigationsgerät auf einer Route zur Margaret(h)eninsel, die man besser nicht einschlägt. Selbst dann nicht, wenn keine Brückenbaustelle die Zufahrt zur Flussinsel unmöglich macht. Tipp: Stets von Norden anfahren. Efi und Archi trugen sich im vorgebuchten Hotel ein und machten sich anschließend zu Fuß auf den Weg. Am Ostufer der Insel schlenderten sie südwärts. Ständig überholt von bzw. beinahe kollidierend mit Läufern, die dank verlegter Tartanbahn (und aus Archis Sicht selbstquälerischen Dauertrainings) ein staunenswertes Tempo hinlegten. Nach einiger Zeit erreichten Efi und Archi eine Brücke. Erstmals eröffnete sich ein Blick auf das Parlament (siehe Bild links) und einen gemächlich stromauf im Fluss schwimmenden Bus. Nein, kein Witz: In Budapest verkehrt solch ein Fahrzeug tatsächlich.

Auf dem westlichen Ufer der Donau (im Stadtteil Buda) machte unsere reisendes Gespann den Burgberg aus, der eher als Hügel zu bezeichnen ist und die Burg eher als Schloss. Innerhalb der Anlage finden sich (verfallene) Reste der alten Königsburg. Im nördlichen Bereich desFischerbastei Burgberges erhebt sich die Matthiaskirche, vor ihr, näher zur Donau gelegen, ragt die Fischerbastei auf. Dieser in einem neugotisch-neoromanischen Mischstil errichtete Komplex erinnert, wie Neuschwanstein, an Disneyland; er stellt die stadtweit beliebteste Sehenswürdigkeit – "Merkwürdigkeit" trifft es genauer – dar (siehe Bild rechts). Budas weitläufiges Burgviertel samt flussnaher Ensemble ist als Weltkulturerbe gelistet.

Südlich des Burgberges grüßt der von Freiheitsstatue und Zitadelle – einer 1854 vollendeten Festung – gekrönte Gellértberg. Unschwer zu erahnen, absolvierten Efi und Archi das touristische Pflichtprogramm schnell. Ihnen kam es vor allem darauf an, Budapests Stadtstruktur gleichsam von oben herab zu erfassen. Bevor sie sich auf die östliche, die Pester Donauseite, begaben, kamen sie unterhalb des Burgberges an verfallenden historischen Bauwerken vorbei. – Ein erster Vorgeschmack auf allenthalben beobachtbare Leerstände und einen flächenhaft um sich greifenden Verfall einst prächtiger Gebäude, Ensemble, ja ganzer Straßenzüge. Dieses Phänomen entwickelte sich – schmerzhaft eindrücklich – zum regelrechten Flächenbrand, der selbst einstige Nobel- und Luxuslagen erfasste. Archi und Efi schreiben das u. a. einer verfehlten Planungspolitik zu, die riesige Einkaufszentren zuließ und zugleich als wichtige Umsatzbringer für Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleistungsgewerbe fungierende Ministerien in städtischen Kernlagen räumte.

Über eine der neun großen Budapester Brücken – die Elisabethbrücke – begaben sich Efi und Archi auf die Pester Stadtseite (unten ein Bild der Kettenbrücke; die stadtweit älteste Flussquerung besitzt Wahrzeichencharakter). Am hiesigen Donau-Ufer lösen architektonisch fragwürdige HotelkomplexeKettenbrücke das Panorama historischer Bauten auf.

Efi und Archi besichtigten die Große Markthalle, bevor sie in die Váci utca (Waiznergasse) abbogen. Es handelt sich um die älteste und bis heute führende Lauflage der Stadt. Besetzt ist sie mit überwiegend kleinflächigen Läden und zahlreichen Restaurants. Doch selbst hier schlagen Tragfähigkeitsprobleme unbarmherzig zu: Der Abschnitt nahe der Markthalle weist zahlreiche Leerstände auf. Den eintönigen Branchenmix dominieren touristischen Schnickschnack feilbietende Geschäfte.

Nach einem stärkenden Imbiss vertieften unsere Reisenden ihre in geordneten Notizen dokumentierte, mit zahlreichen Anmerkungen versehene Stadtstudie. Nach einem Kurzbesuch des bekannten Kaffeehauses Gerbeaud am Vörösmarty-Platz streiften sie die Große Synagoge (unten eine Ablichtung) und die St. Stephans-Basilika, Budapests eindrucksvollstes Kirchenbauwerk. Weiter ging es die Andrássy hinauf. Im innenstadtnahen Abschnitt der nahezu 2,5 Kilometer langen Prachtstraße finden sich zahlreich Geschäfte internationaler Modelabels. Andere Abschnitte säumen Palais und Herrenhäuser. Den Endpunkt bildet der Heldenplatz, eine von vierzehn martialisch dreinblickenden SynagogeKönigsstatuen beherrschte Gedenkstätte. In deren unmittelbarem Nahbereich finden sich Stadtpark, Vajdahunyad-Burg, Kunsthalle, Museum der Schönen Künste, Zoo und Zirkus, die Eislaufbahn und ein Thermalbad.

Unter der Andrássy verläuft die älteste Line der Budapester und europaweit zweitältesten U-Bahn. Deren Dienst nahm Archi nach reichlich 30 km langem Fußmarsch nur zu gerne in Anspruch. – Bevor ihn Efi, mit nachgerade unerschöpflichen Energien gesegnet, in immer weitere Winkel der Stadt entführte. Sieben Hotelstandorte klapperten beide noch ab, reihenweise zweit-, dritt-, viertklassige Handelslagen und anderes mehr. Wir jedoch klinken uns hier aus. Nun noch nicht ganz, denn erst steht die gewohnte Rätselfrage an: Wie hieß das erste ungarische bzw. magyarische Herrschergeschlecht?

Übersetzungen

Altstadt = old town; old part of (a / the) town / city (bei einer Großstadt) ⇔ Autobahn = motorway (UK); interstate highway (US); expressway; freeway; superhighway ⇔ Bauwerk = structure (technisch bzw. konstruktiv); building ⇔ Branchenmix = merchandise mix (UK); merchandize mix (US) ⇔ Brücke = bridge ⇔ Brückenbaustelle = bridge construction site ⇔ Burg = castle ⇔ Dienstleistungsgewerbe = service industry ⇔ Donau = Danube; Danube river; river Danube ⇔ Einkaufszentrum = mall (US; geschlossenes Center); shopping center (US); shopping centre (UK) ⇔ Einwohner = citizen (rechtlich); inhabitant ⇔ Einzelhandel = retail; retail trade (da hier das Gewerbe angesprochen ist); retail industry ⇔ Eislaufbahn = ice skating rink ⇔ Fachmarkt = big box ⇔ Fahrzeug = vehicle ⇔ Festung = fortress ⇔ Fischerbastei = Fisherman's Bastion ⇔ Flächenbrand = conflagration ⇔ Fluss = river ⇔ Freiheitsstatue = Liberty Statue (Eigenname) ⇔ Gastronomie = gastronomy ⇔ Gebäude = bulding; structure (im Sinne von Bauwerk bzw. Konstruktion) ⇔ Gemeinde (verwaltungstechnisch) = municipality ⇔ Gedenkstätte = memorial ⇔ Große Markthalle = Great Market Hall (Großschreibung, da hier Eigenname) ⇔ Handelslage (Einzelhandel) = retail location ⇔ Hauptstadt = capital; capital city ⇔ Heldenplatz = Heroes' square ⇔ Herrenhaus = masion ⇔ Hügel = hill ⇔ Immobilienmarkt = real estate market; property market ⇔ Innenstadt = city center (US); city centre (UK); downtown (US); inner city ⇔ Königsburg = royal castle; king's castle ⇔ Kunsthalle = Hall of Art (Eigenname) ⇔ Laden = shop (UK); store (US) ⇔ Lauflage = highly frequented location ⇔ Leerstand = vacancy ⇔ Margaret(h)eninsel = Margaret Island ⇔ Ministerium = ministry; (government) department ⇔ Museum der Schönen Künste = museum of fine arts ⇔ neoromanisch = neo-Romanesque ⇔ neugotisch = neo-Gothic ⇔ Ostufer = east bank ⇔ Palais = palace ⇔ Parlament = parliament; parliament building (da hier das Gebäude angesprochen ist) ⇔ Prachtstraße = avenue ⇔ Schloss = palace ⇔ Sehenswürdigkeit = sight; place of interest; curiosity (hier angesichts stilistischer Merkmale angebracht) ⇔ Stadtmitte = city center (US); city centre (UK); downtown (US); inner city ⇔ Stadtplanung = town planning (Klein- und Mittelstadt); city planning (Großstadt) ⇔ Stadtrand = city fringe; city periphery; outskirts; town fringe; town periphery; urban fringe (allgemein) ⇔ Stadtstudie = city survey (da Großstadt; "survey" empfiehlt sich angesichts des erfassenden Charakters) ⇔ Stadtteil = city district; town quarter ⇔ stromauf = upstream ⇔ Synagoge = synagogue ⇔ Tartanbahn = tartan track ⇔ U-Bahn = subway (US); tube (London, UK); underground (UK) ⇔ Verfall = decay ⇔ Weltkulturerbe = World Cultural Heritage ⇔ Wien = Vienna ⇔ Zitadelle = citadel ⇔ Zufahrt = (hier) access