EfI-Englischkurs: Läden, Lagen, Zentren

Einführung

Die mit folgender Geschichte anhebende Serie ist ein Ableger meiner über Jahre hinweg in einem Immobilienmagazin erschienen Monatskolumne EfI – "Englisch für Immobilisten". Diese war ursprünglich als Reihe kleiner Geschichten und Reportagen, nicht als wörterbuchähnlich aufgebaute Folge geplant. Einen Eindruck des Ausgangskonzeptes vermittelt die an anderer Stelle des Immobilien-Kosmos' wiedergegebene "Ur-EfI". Diese "Mutter aller EfIs" vergnügte meine Freundin. – Was bezogen auf die "listenhaften" Schwestern der ersten, nie gedruckten EfI zu behaupten, geschwindelt wäre. Wie auch immer, meine Holde wünschte sich weitere textbasierte Folgen und so erscheinen nun nach und nach erzählerisch verfasste EfIs. Auch diese kommen, wie die Druckserie, thematisch sortiert daher. Anders als diese heben die Textfassungen mehr auf spielerische Lerneffekte ab; die kleinen Geschichten wenden sich auch an Jugendliche, die sich für unsere gebaute Umwelt und – selbstredend – Englisch interessieren. Jede Folge enthält ein kleines Rätsel, das es zu lösen gilt. – So Sie denn mögen.

Ich schildere Efis Tun und Lassen, ihre kleinen Abenteuer, hier und da augenzwinkernd. Emanzipatorisch-kämpferische Leserinnen seien vorgewarnt: Efi setzt Spaß über politische Korrektheit, insofern sie eine junge Frau ist, die sich verhält, wie es – seien wir ehrlich miteinander – junge Damen bisweilen tun: Ein wenig sprunghaft, bisweilen rätselhaft, ja ein klitzekleines bisschen zickig, doch – eben deshalb – besonders liebenswert. Wer meine quirlige Freundin kennt, mag die eine oder andere Ähnlichkeit zwischen Efi und ihr erkennen. So teilen beide eine Leidenschaft: Bummeln, Schaufensterauslagen begucken, hübsche Sachen anschaffen. "Oh nein", mögen erste Damen stöhnen, "der Mensch kommt gleich zum Einstieg mit dem dümmsten aller Klischees daher." – Irrtum, Mädels. Das ist kein Klischee, wie Ausgaben- bzw. Einkaufsstatistiken belegen. Ihr kauft gerne ein. Seit mir meine Holde unverblümt – und mehr als einmal – erklärte, dass ich kleidungsmäßig an meinen Geburtsjahrgang erinnere, tue ich das auch. Gerne einkaufen, meine ich. Nachdem nun zahlreiche potenzielle Leserinnen abgeschreckt sein dürften, wünsche ich den anderen viel Vergnügen mit EfIs Geschichten. Ach ja: Den Männern auch. Nur, meine Herren, die Figur die ihr gerne machen würdet, macht ihr nicht, denn Efi lässt so manchen von uns blass aussehen.

Zwei Hinweise noch, bevor es losgeht: 1. Kursiv geschriebene Begriffe finden sich am Seitenende übersetzt. 2. Eingewobene Links verweisen auf Fachartikel und Glossare dieser Homepage.

Läden, Lagen, Zentren

Selbstredend geht es auf dieser Seite zuvorderst um Immobilien, weniger ums Einkaufsvergnügen. An sich klar, ansonsten hieße die Homepage schwerlich "Immobilien-Kosmos", sondern "Einkaufswelten" oder so ähnlich. Gleichwohl zählen Einkaufseinrichtungen bzw. Handelsimmobilien zu den ältesten siedlungsprägenden Elementen. Verschiedene dieser Immobilien sind verschiedenen Betriebsformen gewidmet, die sich wiederum in mehr oder weniger Lage- und Zentrentypen finden. Es macht also Sinn, sucht Efi mehrere Geschäfte in verschiedenen Einzelhandelslagen auf. Genau das schwebte ihr letzten Samstag vor. Also verließ sie ihre kleine Eigentumswohnung. Im Nachbarschaftsladen am Eck besorgte sie sich eine Limonade, was etwas dauerte, weil die Inhaberin des Tante-Emma-Ladens Schwätzchen schätzt. Schließlich begab sich Efi zur U-Bahn und fuhr in die Innenstadt. Am Stachus stieg sie aus. Ihr Ziel war die hier wie anderswo mit Einkaufstempeln gespickte Haupteinkaufsstraße, die Lauflage der Landeshauptstadt. Diese Handelslage dominieren Filialisten, vor allem Bekleidungsgeschäfte und Schuhläden. – Weil die tierisch hohen Mieten für andere Branchen unerschwinglich sind. Efi findet das traurig, weil der hiesige Einzelhandel eintöniger wirkt, weniger prickelnd als früher.

Nachdenklich äugte Efi in die Schaufensterscheibe eines Warenhauses. Neuerlich von dem darin gespiegelten Jüngling genervt, der sie angaffte wie ein verliebter Pfau. Sie wandte sich ab und betrat das Gebäude. Er hinterher. Efi nahm die Rolltreppe. Er hinterdrein. "Was will der blöde Kerl hinter mir nur?", fragte sich Efi und flüchtete in den integrierten Wäscheladen. Schließlich ist es ein offenes Geheimnis, dass viele Männer derartige Geschäfte und Abteilungen weiträumig umkurven. Der junge Mann indes schlenderte ungeniert hinein, guckte hier und da, doch zumeist auf sie. Dasselbe Spiel in der Drogerie nebenan, in der Apotheke und im Rauchwarenladen (was kein Tabak-, sondern ein Pelzgeschäft ist). Der klettenhafte Typ folgte ihr in die Metro zum Stadtteilzentrum. Efi stieg aus und orientierte sich kurz. Dann steuerte sie einen Buchladen an. Aus den Augenwinkeln nahm sie den jungen Mann wahr. Der schien belustigt, erwarb einen Stadtführer und ging. An der Kasse des wenig später aufgesuchten Verbrauchermarktes bemerkte ihn Efi neuerlich. Und wieder, als sie ihr stadtweit liebstes Schreibwarengeschäft verließ. Der Mann ging ihr auf den Wecker, obwohl er nett wirkte. Achselzuckend nahm Efi die Straßenbahn zum Nachbarschaftszentrum, das sich nahe ihrer Wohnung befand. Für weniger stadtplanungs- und handelsversierte Leser: Nachbarschafts- bzw. Nahbereichszentren sind größere oder kleinere Ansammlungen wohngebietsnaher Geschäfte, die den Grundversorgungsbedarf abdecken.

Efi begab sich zu einem Biergarten, einer jener besonders in Bayern beliebten Gartenwirtschaften. Die großen davon bieten Tausende Plätze und sind entsprechend geräuschvoll. Efi verspürte Lust auf ein Radler. Also bestellte sie einen Krug am Schanktresen, zahlte und ließ sich unter einer ausladenden Kastanie nieder. Ein Lächeln erhellte ihre Züge, als sich der junge Mann suchend umsah. Schließlich machte er sie aus und näherte sich. Er wirkte plötzlich etwas schüchtern. Ohne recht zu wissen weshalb, winkte ihm Efi aufmunternd zu. Er fasste sich ein Herz und setzte sich ihr gegenüber auf die Bank. Er kramte in seiner Jackentasche und fischte etwas heraus. "Das haben Sie, glaube ich, verloren", sagte er. Efi lachte hell auf: Er hielt ihr einen Penny hin. "Er könnte Ihr Glückspfennig gewesen sein", bemerkte er halb schalkhaft, halb ernst. Efi legte den Kopf schräg und sah ihn nachdenklich an. "Vielleicht war das die kleine Münze tatsächlich", bemerkte sie irgendwann. Die beiden kamen ins Gespräch. Alsbald machten sie sich gemeinsam auf, bummelten durch die Stadt, besuchten Kunstmuseen, sprachen über Architektur und landeten schließlich in einer Kneipe in der Fußgängerzone. Der junge Mann druckste plötzlich herum. "Der Penny ...", hob er schuldbewusst an und sah verstummend weg. Efi schmunzelte. "Ein entzückender Trick", befand sie, "Hast du Lust auf eine Schlösser- und Burgentour? – Demnächst?" Er nickte.

Überlassen wir die beiden nun sich selbst. Auf ihrer Tour werden wir sie begleiten. – Demnächst. Sofern Sie mögen. Ach ja, eine Frage noch: In welcher Stadt wohnt Efi? Der Text enthält einen eindeutigen Hinweis. Die Auflösung des kleinen Rätsels finden Sie in der nächsten Folge.

Übersetzungen

Apotheke = pharmacy ⇔ Architektur = architecture ⇔ Bekleidungsgeschäft = apparel shop (UK); apparel store (US); clothes shop (UK); clothes store (US) ⇔ Betriebsform (des Einzelhandels) = retail format ⇔ Biergarten = beer garden ⇔ Buchladen = book shop (UK); book store (US) ⇔ Drogerie = chemist's shop (UK); drugstore (US) ⇔ Eigentumswohnung = condominium (US); condo (US), freehold apartment (US); freehold flat (UK) ⇔ Einkaufstempel = shopping Mecca ⇔ Einkaufswelt(en) = shopping world(s) ⇔ Einzelhandel = retail; retail trade ⇔ Gartenwirtschaft = outdoor restaurant ⇔ Gebäude = building ⇔ Gebaute Umwelt = built environment ⇔ Handelsimmobilie (Einzelhandel) = retail property; Plural = retail properties ⇔ Handelslage (Einzelhandel) = retail location ⇔ Haupteinkaufsstraße = highstreet (UK); main shopping street ⇔ Immobilien = real estate (allgemein bzw. Sammelbegriff); properties ⇔ Immobilien-Kosmos = real estate universe ⇔ Innenstadt = city center (US); city centre (UK); downtown (US) ⇔ Kneipe = barrelhouse (US); pub (UK); public house (UK); saloon (US); tavern ⇔ Kunstmuseum = museum of art ⇔ Lauflage = highly frequented location ⇔ Miete = rent ⇔ Nachbarschaftsladen = convenience shop (UK); convenience store (US), corner store (US) ⇔ Nachbarschaftszentrum = convenience shopping center US); convenience shopping centre (UK); neighborhood center (US); neighbourhood centre (UK) ⇔ Politische Korrektheit (ein politisches Schlagwort) = political correctness ⇔ Rauchwarenladen (Pelzgeschäft) = fur shop (UK); fur store (US) ⇔ Rolltrepppe = escalator ⇔ Schreibwarengeschft = stationery shop (UK); stationery store (US) ⇔ Schuhladen = shoe shop (UK); shoe store (US) ⇔ Stadtführer = city guide ⇔ Stadtteilzentrum = community center (US); community centre (UK) ⇔  Straßenbahn = tram (UK); streetcar (US); trolley-car (US) ⇔ Tante-Emma-Laden = mom and pop store (US) ⇔ U-Bahn = subway (US); tube (insbesondere in London); underground (UK) ⇔ Verbrauchermarkt = hypermarket ⇔ Warenhaus = department store ⇔ Wäscheladen = lingerie shop (UK); lingerie store (US) ⇔ Fußgängerzone = pedestrian precinct; pedestrian zone