Roman: Wahrlich wirklich widersinnig

Wahrlich wirklich widersinnig. Die erschütternden Enthüllungen des Freiherrn Hochtrab zu Niedergang. Von Österreichern, Deutschen und anderen mehr – eine Kurzbeschreibung

Der Erzähler scheint auf grauenhafte Untaten einer seit Jahrtausenden im Verborgenen wirkenden Organisation gestoßen zu sein. Offenbar enthüllte er Geheimnisse, die eine Tatsache belegen: Die Weltgeschichte, wie wir sie kennen, fand so nie statt.

Allem Anschein nach stach der Erzähler in ein Hornissennest. Nun sind finstere Gestalten hinter ihm her, denen er unmöglich entrinnen kann. Um die Menschheit vor diesen blutrünstigen Bösewichten zu warnen, beginnt der unter unsäglichem Zeitdruck Titelbildstehende Mann sein Wissen niederzuschreiben. In völligem Gegensatz zur wiederholt betonten Zeitknappheit verliert er sich langatmig und wortklauberisch in Belanglosigkeiten. – So scheint es.

Tatsächlich reißt die bisweilen ruppig mit dem Leser umspringende Plaudertasche frühzeitig interessante, bald höchst brisante Themen an. Der Aufhänger ist stets und ständig derselbe: jene Begebenheit, die ihn in seine ausweglose Lage brachte. Angeblich trägt dieses Ereignis – eine Runde Schnapsen (ein Kartenspiel) – den Schlüssel zum Verständnis all der Scheußlichkeiten, von denen er berichten will, in sich. Wieder und wieder nimmt er Anlauf, um dieses aufrüttelnde Geschehnis zu schildern, doch stets fallen ihm in Zusammenhang mit diesem oder jenem eingeflossenen Wort irgendwelche Beobachtungen ein. Einmal verfällt er auf geschlechtsbezogene Umweltbilanzen, dann auf eine Betrachtung des Geldes, wenig später auf die Politikerzunft und – selbstredend – den Zusammenhang zwischen Geld, Politik und himmelschreiender Unfähigkeit. Er nimmt die Psychologie aufs Korn, den amerikanischen Film, die US-Geheimdienste, Google und den besessen anmutenden Bau von Lärmschutzwänden quer durch Österreich. Dieser von Wortmagie umflossene Genius beleuchtet den Konsumterror, die Medien, die Sollbruchstelle, Nylons, den freien Markt, die Katholische Kirche und die Selbstwahrnehmung der Österreicher. Er erhellt hinter dem Bau von Wolkenkratzern steckende Triebfedern, das Verhältnis von Frau und Mann, den Einfluss der deutschen Fahrweise auf Österreichs Bruttoinlandsprodukt, Gesetzmäßigkeiten der Bürokratie und Mechanismen der Macht. Seinem messerscharfen Verstand entgeht nichts. So deckt er Verbindungslinien zwischen Kriminalität, Industrie und Militär in den USA auf; er widmet sich der Demokratie, priesterlicher Pädophilie, dem Passivrauchen und Passivtrinken, Geschäftsgebräuchen in Deutschland und Österreich sowie allerlei spannenden Feldern mehr. Der Erzähler erkennt Bezüge, wo kaum ein Mensch Zusammenhänge sieht. Gelegentlich führt dieser kauzige Weltbürger selbst entwickelte Koeffizienten an, hier Formeln, dort Argumentationsketten, die vordergründig haarsträubende Behauptungen beweisen. Dann, fast unvermittelt, spitzt sich das Geschehen atemberaubend zu; es läuft auf ein packendes Finale hinaus. Das Ende beraubt den Leser letzter Illusionen.

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