Projektentwickler: Positionierungsleitfaden

Folgender Beitrag stammt von Norbert Grund. Der Autor bietet einen bündigen Leitfaden zur strategischen Positionierung von Immobilienprojektentwicklern.

Projektentwickler wollen Grundstücke akquirieren, Immobilien bauen, diese vermarkten und damit Geld verdienen. Dazu braucht es erhebliche Fähigkeiten im Planungswesen, Baurecht, Kalkulation, Finanzierung, Vertragsrecht und Vertriebssteuerung ... aber ... reicht das um wirklich erfolgreich zu sein und unter Eingehung vertretbarer Risiken zu agieren?

Wie kann man prüfen, ob man "richtig aufgestellt" ist um sich durchzusetzen? Wenn Sie Projektentwickler sind, empfehle ich zu prüfen, ob Sie folgende Frage in wenigen Sätzen treffsicher so beantworten können, dass auch unbeteiligte Dritte auf Ihre Antwort hin sagen: "Ja genau ... das habe ich verstanden... das funktioniert".

Warum ist Ihr Angebot für welche Kundengruppen in welchen Marktsegmenten momentan attraktiver als das der Wettbewerber und warum wird das auch nachhaltig so sein?

Wenn Ihr Test geklappt hat, brauchen Sie nicht weiter zu lesen. Wenn nicht oder nur bedingt nachfolgend ein paar Informationen ...

... hinter der Frage steckt mehr als die Herausarbeitung der klassischen USPs

... es geht darum, sich auf den Stuhl der Zielgruppe zu setzen. Dazu muss man sie kennen

... Sie müssen sich dazu vergleichen und kritisch würdigen

... Positionierung ist kein "Status Quo". Unternehmen müssen sich immer entwickeln und deshalb verändern, weil sich auch das Umfeld verändern wird

Grob vollzieht sich die "Strategische Positionierung" eines Geschäfts in folgenden Schritten:

  1. Screening aller Einflussfaktoren: Markt, Kunden, Zielkunden, eigene Fähigkeiten, Wettbewerber, realisierbare Grundstücke, finanzielle Fähigkeiten, Kapazitäten, Trends und des aktuellen Images inkl. Zufriedenheit der Altkunden.
  2. Bestimmung der eigenen aktuellen Marktposition. Dazu kann eine Porter-Kurve oder MacKinsey-Matrix hilfreich sein. Auch können Sie eine Ansoff-Matrix verwenden. Sie sollten dann zusätzlich Ihre angestrebte zukünftige Marktposition definieren und sich selbst gegenüber begründen, warum das funktionieren sollte.
  3. Ist das gelungen beleuchten Sie Ihre Handlungsalternativen um von A nach B zu kommen und wägen ab, was notwendige Schritt dazu sind.

Da sollten Sie jetzt stehen:

"Jetzt haben Sie eine STRATEGISCHE POSITIONIERUNG"

Nachdem Sie sich jetzt Gedanken über den künftigen Weg gemacht haben, kennen Sie ebenfalls Ihre STRATEGISCHE STOSSRICHTUNG und können diese formulieren.

Hierfür können Sie jetzt konkrete Handlungsschritte fixieren und mit zur Umsetzung notwendigen Partnern und Mitarbeitern/innen besprechen und vereinbaren.

Schlau ist es ... danach ein Controlling aufzusetzen. Anhand eines guten MIS (Management-Informations-Systems) werden Sie erkennen, ob Sie "auf Linie" sind. Denn eines ist ziemlich sicher: Einige Dinge werden sich anders entwickeln als erwartet und das richtige Tool hilft Ihnen Fehlentwicklungen zu erkennen und an passender Stelle gegenzusteuern. Hilfreich kann zum Beispiel auch eine (wenn auch kleine) Balance-Score-Card sein.

Der Aufsatz hat viele Punkte angerissen, die man natürlich vertiefen könnte. Ein Hinweis (sicher auch in eigener Sache) sei noch erlaubt. Da man immer eine "eigene Brille auf hat" und Meinungen, Ansichten geprägt hat, kann es sinnvoll sein, bei der Erarbeitung, Implementierung und Umsetzung einer "Strategischen Positionierung" einen Berater beizuziehen.

Viel Erfolg bei Ihrer strategischen Positionierung. Sofern Sie nicht nach den ersten Zeilen aufgehört haben zu lesen, weil Sie Ihre Hausaufgaben bereits gemacht haben.