5 Fehlende Markttransparenz und Korruption
Mehr als zwei Drittel der in China tätigen deutschen Unternehmer beklagen eine weitgehend fehlende Markttransparenz. Zusätzlich wird das - inzwischen staatlich bekämpfte - weit verbreitete Phänomen der Korruption problematisch gesehen. Speziell auf die Werthaltigkeit von Immobilien bezogen, zeigt sich fehlende Markttransparenz etwa darin, dass ausländischen Investoren nur selten (selbst wenn, meist unzureichend) Einsicht in die übergeordnete Planung der Behörden gewährt wird. Aufgrund dessen ist gerade bei neu entstehenden Stadtteilen oder Gewerbeflächen in der Regel nicht eindeutig feststellbar, wie angrenzende Grundstücke künftig genutzt werden sollen.
Zu beachten ist auch, dass nach wie vor eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem geschriebenem und dem tatsächlich praktizierten Recht gegeben ist. Hohe Umweltstandards, etwa hinsichtlich der Wärmedämmung von Gebäuden oder des Energie- und Rohstoffverbrauchs, werden von Provinzregierungen unterschiedlich hart ausgelegt. Zusätzliche Wettbewerbsverzerrungen entstehen darüber hinaus dadurch, dass neue Grenzwerte nicht selten nur bei ausländischen Investoren angewandt werden, nicht aber bei chinesischen Staatsbetrieben.
6 Genaue Marktkenntnis unabdingbar
Die oben exemplarisch dargestellten, speziellen Risiken im Immobiliengeschäft in China lassen sich nur beherrschen und einschätzen, wenn eine detaillierte Marktkenntnis gegeben ist. Ein Indiz für die nach wie vor bestehenden, hohen Risiken bei Direktinvestitionen ist beispielsweise deren geringe Summe im Vergleich zum deutsch-chinesischen Handelsvolumen. Werden dagegen ortskundige Berater oder Experten hinzugezogen, lassen sich viele Risiken aber weitgehend vermeiden. Die zweifellos vorhandenen Chancen können dann gut wahrgenommen werden.