3 Flächeneffizienz
Der oben angeklungene Faktor "Flächeneffizienz" beherrscht deutsche Büroforscher augenblicklich sehr. Nun, nicht mehr so sehr wie zu Zeiten ständige steigender Leerstandsraten. Meines Erachtens wird der Gesichtspunkt jedoch grundsätzlich überbetont. Mit Abstand größter Kostenblock bürogebundener Firmen sind Personalaufwendungen; sie bewegen sich anteilig um 85 % anfallender Gesamtkosten. Auf Mieten entfallen 5 - 10 %, im Mittel also rund 8 %. Eine zehnprozentige Flächeneinsparung übersetzt sich in 0,8 % geminderte Kosten. Nur: Leidet die Produktivität um nur 1 %, entsteht per Saldo ein wirtschaftlicher Nachteil.
4 Zukunftsvisionen - gestern schon real
Namhafte Büroforscher beschreiben das Büro der Zukunft u. a. als Ort von
Stellvertretend siehe etwa Zinser, S.: Das Büro der Zukunft. Fraunhofer Institut für Arbeitswissenschaft und Organisation, Stuttgart. Derart tiefsinnige Prophetie verblüfft, denn:
Diese wenigen Punkte einer verlängerungsfähigen Reihe verdeutlichen einen Fakt: Manche "Büroforscher" füllen einen Sack mit heißer Luft. - Ungetrübt von geschichtlichen und gesellschaftlichen Kenntnissen, Ansätzen vernetzten Denkens und einfacher Alltagswahrnehmung.
5 Leitbegriffe - Beispiel "Teamarbeit"
Viele gegenwärtige bürokonzeptionelle Vorstellungen gründen auf dem Teambegriff. - Der sich als wirklichkeitsfernes Gedankenkonstrukt erweist. Mir ist keine nennenswerte, auf Teams zurückgehende kultur- bzw. geistesgeschichtliche Neuerung bekannt, und auch keine technisch-technologische Erfindung. Innovationen waren und sind "Einzelkämpfern" zu danken. Selbst Watson und Crick (Doppelhelix) legten nur individuell erarbeitete Ergebnisse zusammen. Arbeitsgruppen gibt es zuhauf, "Werkverbünde" abseits gängiger Teamvorstellungen; Innovationen indes tüfteln Einzelpersonen aus. Schlagende Gegenbeispiele blieben (mir) Team-Postulierer schuldig. Selbst wenn sie eines fänden: Wie stellte sich das zahlenmäßige Verhältnis von Team- zu Individualleistungen dar? Und wie das qualitative? - Rhetorische Fragen, die eine weitere herausfordert: Weshalb regieren Teamgedanken die Diskussion um das Büro der Zukunft?
Blicken wir offen zurück, sehen wir klarer: Viele vermeintliche Neuerungen sind sprichwörtlich alte Hüte. Und, die ausgeklügeltsten Konzepte tragen wenig ein, hapert es an einer gelebten Bürokultur, die arbeitsförderlich wirkt. Es gilt hineinzuhören in Bürolandschaften. Der Ton macht die Musik. Menschen, die anständig miteinander umgehen, schaffen das Büro von Morgen. - Das es auch schon gestern gab.