Büro der Zukunft - von Gestern?

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    1 Intro

    Dieser Beitrag ist der erste "kosmische Splitter". - Eine kurze Wiedergabe von Gedanken zu einigen nebenher überflogenen Skripten. Sie, diese Veröffentlichungen zum Thema "Büro", ernüchterten. Es häufen sich Worthülsen, unsaubere Schlagworte, fehlende oder falsche Systematiken; historische wie psychologische Bezüge werden missachtet. Teils ausgezeichnete Abhandlungen aus den Bereichen Architektur und Bautechnik gehen unter in einer Flut oberflächlicher Zeitgeistartikel. Folgender IK-Beitrag streift einige in diesen verbreitete Vorstellungen. - Augenzwinkernd, und wirklich nur kurz ;-)

    2 Moderne Büros - Fläche statt Raum?

    Der Raumbegriff verlor sich mit dem Aufkommen einer Bautechnik, die dem Raum an sich Triumphe bescherte: Der Skelettbauweise. Sie ermöglichte es, horizontal wie vertikal gigantische Raumdimension zu schaffen. Die vormals durch tragende Innenwände bedingte Kammerung von Bauten, das stehende Muster von Räumen, Zimmern, Fluren entfiel. Wird einschlägiger Literatur gefolgt, reduziert die Skelettbauweise Gebäude auf drei Grundgrößen:

    • Hülle
    • Infrastruktur bzw. Erschließungskerne
    • Geschossfläche

    Die Begründung lautet: Teilbare, vielfältig gliederbare Flächen lösen starre Raumraster ab. Nur: Gebäude waren vor und nach dem Aufkommen der Skelettbauweise durch dieselben Grundgrößen bestimmt: Hülle, Infrastruktur / Erschließungskerne und umschlossener Raum bilden einen unauflösbaren Dreiklang. An die Stelle umschlossener Räume trat der Großraum, nicht die Fläche. Und, selbst den gab es bereits frühzeitig: Ein Beispiel bieten klösterliche Schreibsäle - ihrem Charakter nach nichts anderes als Büros.

    Die Einschätzung, wonach die Skelettbauweise eine radikale Trennung von Gebäudestruktur und Raum zulässt, ist unhaltbar. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Bestünde Frankfurts Messeturm aus Flächen, könnte man über ihn hinwegschreiten - er wäre null Meter hoch. Diese Sicht verweist auf eine weitere Schwäche der Diskussion um das Thema "Bürobaukultur bzw. Büro der Zukunft": Immobilien sind Schnittstellen menschlicher Bewegung bzw. Aktivität im Raum. Ideale Büros sind somit aus übergeordneten Räumen heraus abzuleiten bzw. eine Quasi-Verlängerung räumlicher Bezüge in jeweilige Immobilien hinein. Je besser das Umfeld infrastrukturell entwickelt ist, desto reinere und wirtschaftlich günstigere Bürolandschaften lassen sich schaffen. Dass diese Einschätzung stichhaltig ist, illustrieren vor allem US-amerikanische, rein Pkw-orientierte Bürostandorte ohne infrastrukturell entwickeltes Umfeld: Nolens volens integrieren sie Kantinen, große Aufenthaltsinseln, Geschäfte, Reinigungen, Fitnessbereiche usw. An solchen Standorten zu findende Bürokomplexe sind vielfach weniger flächeneffizient als ihre in Edge Cities oder zentralen Geschäftsvierteln errichteten Gegenstücke.

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Aktualisierung: 28.10.2009© Elmar Pfeiffer, 80335 München (Impressum)Elmar.Pfeiffer@gmx.de