Handelsbranchen – Synergiepotenziale

1 Intro

Der Einzelhandel stellt einen hochgradig standortabhängigen Wirtschaftszweig dar. In wettbewerblich stark verdichteten Räumen hängt das einzelbetriebliche Wohl und Wehe entscheidend davon ab, schlummernde Umsatzpotenziale zu heben.

Wie alltägliche Beobachtungen lehren, neigt der Einzelhandel quer über alle Formate bzw. Betriebsformen hinweg dazu, Standortgemeinschaften auszubilden. Dieser "Ballungsinstinkt" ist uralt, wird jedoch mehr und mehr zu einer Vorbedingung einzelbetrieblicher Existenzsicherung.

2 Agglomeration – allgemeine Vorteile

Eine räumliche Vergesellschaftung von mehreren Einzelhandelseinheiten wirkt auf einzelbetrieblicher Ebene umsatzförderlich. Es stellen sich Agglomerationsvorteile ein. Diese kommen unabhängig von der am jeweiligen Standort gegebenen branchenbezogenen Kombination zum Tragen. Dieser Nachbarschaftsnutzen entspringt aus Kundensicht bestehenden Vorzügen einer räumlichen Angebotsmassierung. Ein gesteigerter Kundennutzen ergibt sich aus der Möglichkeit, verschiedene Käufe "in einem Rutsch" zu erledigen und – sofern mehrere Anbieter aus einem Branchensegment am Standort aktiv sind – erhöhten sortiments- und / oder preisbezogenen Auswahlmöglichkeiten.

3 Synergiepotenziale – Branchenbezüge

Das Maß erzielbarer Umsatzsteigerungen unterscheidet sich je nach Betriebsgrößenmix. Es leuchtet sicherlich ein, dass ein 40.000 qm Verkaufsfläche bietendes Möbelhaus in vernachlässigbarem Umfang von einer benachbarten Bäckerei profitiert, diese jedoch hochgradig Nutzen aus der Nachbarschaft des Möbelgiganten ziehen kann.

Selbst bei einem ausgewogenen Größenmix ansässiger Betriebe stellen sich je nach Branchenbesatz höchst unterschiedliche Umsatzeffekte ein. Auf den Punkt gebracht: Eine Standortunion artgleicher und einander ergänzender Branchengeschäfte wirkt besonders umsatzsteigernd. Mit anderen Worten: Untereinander besonders starke Umsatzhebel entwickeln Branchen, deren

Der Vorteil einer entsprechenden Konstellation erklärt sich daraus, dass Geschäfte bzw. Märkte, die einer Bedarfsstufen angehören, weitgehend deckungsgleiche Absatzreichweiten, Bedarfshäufigkeiten und Einkaufsintervalle kennzeichnen. Dass erzielbare Umsatzeffekte entscheidend davon abhängen, wie stark jeweilige Branchen und Betriebsformen (!) bedarfsbezogen miteinander verwandt sind, erstaunt wenig: Wer Butter im Supermarkt erwirbt, kauft eher ein kosmetisches Produkt in der benachbarten Drogerie als eine Kücheneinrichtung im ansässigen Möbelhaus oder einen tonnenschweren Fliesensatz im Baumarkt.

3.1 Praxisbeispiele

Bedarfsstufenbezüge sind bestechend logisch. Da dennoch wird allenthalben gegen sie verstoßen wird, seien einige untermalende Beispiele angeführt, um die erläuterten theoretischen Grundlagen zu verdichten.