Bodenwerte - Entstehung und Entwicklung

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    3 Wachstumsmuster im Überblick

    Wachsen Bevölkerungen, verflechten sich Populationen miteinander, vervielfachen sich Tätigkeitsprofile, so entstehen vermehrt Begegnungs- und Austauschpunkte. - Städte. Diese bezogen Waren aus dem landwirtschaftlichen Umland, gaben umkehrt ihre Leistungen an dieses ab. Die frühe Stadt war, wie die heutige europäische, auf Zuzug angewiesen, um ihre Bevölkerungszahl zu halten. Erfolgreiche Städte zogen mehr Einwohner an, als sie - allesamt ungesunde Pflaster - verloren. Sie wuchsen, breiteten sich über ihre Mauern hinaus aus. So entstanden ins Land hineinspielende Übergangsbereiche. - Das städtische Weichbild. In wachsenden Räumen steigen die Bodenpreise. Schematisch skizziert verlaufen Wachstumsprozesse folgendermaßen:

    • Einwohnerzuwachs ->

    • Steigende Bevölkerungs- und Nutzungsverdichtung in Kernbereichen ->

    • Bodenwerterhöhung, u. a. einhergehend mit einem Trend zu höheren (zulässigen) Bebauungen (bis hin zu Wolkenkratzerlandschaften a' la Manhattan), einer Abdrängungen der Wohnfunktion sowie wirtschaftlich nachrangiger bzw. überdurchschnittlich bodenpreissensibler gewerblicher Nutzungen in städtische Außenbereiche ->

    • Ausbau und Aufwertung bestehender Infrastrukturen im Kern sowie verstädternden Umlandgebieten (Verkehr, Bildung, Kultur usw.) ->

    • Ausweitung bestehender Einzugsgebiete, im Extrem bis hin zu globalen Reichweiten (z. B. London) ->

    • Fortgesetztes, phasenweise beschleunigtes Bevölkerungswachstum ->

    • Zunehmende Verdichtung im Umland ->

    • Entstehung von Nebenzentren ->

    • Funktionale Aufwertung im Hauptzentrum, Ansiedlung bzw. Ausbreitung höherwertiger wirtschaftlicher Nutzungen in Nebenzentren ->

    • Flächendeckende Bodenwertsteigerung im Kernraum, erhebliche Wertzuwächse in Nebenkernen

    4 Schrumpfungsmuster im Überblick

    In Schrumpfungsregionen kehren sich im Vorkapitel geschilderte Prozesse um. Je nach Intensität und Geschwindigkeit auftretender Bevölkerungsverluste begleitet von mehr oder minder dramatischen Erscheinungen. In vielen Orten stark rückläufiger Bevölkerungszahl ist - ungeachtet einer grundsätzlichen Überausstattung mit z. B. Handelsflächen - absehbar, dass mehr und mehr Einrichtungen längst keine wirtschaftlichen Auslastungen mehr erzielen. Immer weitere Einrichtungen durchschlagen ihre Tragfähigkeitsschwelle; Infrastrukturen brechen weg, Versorgungslücken tun sich auf im "flachen Land", Bodenpreise deflationieren, vermeintliche Immobilienvermögen implodieren. Einst in Stadtteilen, später vermehrt im Umland entstandene Funktionskerne lösen sich auf; immer weitere Nutzungen fallen gleichsam zurück auf wenige, gut erreichbare Zentren - die alten städtischen Keimzellen zumeist, die Innenstädte. Das Kernproblem hierbei: Zunächst leiden sämtliche Lagen; es dauert lange, bis unausweichliche Standortkonsolidierungen greifen, bis einstige Kernlagen als einzige bedeutende - weiterhin schrumpfende - Nutzungsinseln auskristallisieren.

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Aktualisierung: 01.06.2009© Elmar Pfeiffer, 80335 München (Impressum)Elmar.Pfeiffer@gmx.de