Bodenwerte – Entstehung und Entwicklung

2.2 Einzugsgebiete

Verschiedene Infrastrukturelemente (siehe Kapitel 2.4) benötigen unterschiedliche Bevölkerungszahlen, um tragfähig zu sein. Den Gehalt dieser Aussage verdeutlichen alltäglich erfahrbare Beispiele:

Angeführte Beispiele lassen sich auch aus der Gegenrichtung betrachten:

Die maximale Erstreckung örtlicher Einzugsgebiete bemisst sich nach der Reichweite der höchstrangigen Nutzungen am Standort. Das heißt keineswegs, dass jede andere ortsansässige Einzelnutzung bzw. Einrichtung unmittelbar von diesen profitiert. Zumeist strahlen Ballungen verschiedener und / oder artverwandter bzw. einander ergänzender Nutzungen besonders weit aus. Agglomeration übersetzt sich in eine weit über die Reichweite jeder einzelnen eingebundenen Nutzung hinausgehende Reichweite. Mit zahlreichen Waren- und Kaufhäusern sowie Fachgeschäften bestückte Laufmeilen unserer Innenstädte verdeutlichen dies, die Büroballungen Manhattans, Londons, Tokios. Und, derartige Ballungen ziehen weitere Nutzungen an bzw. nach sich. Solche Orte geraten unter Nachfragedruck. Folge: Sie kennzeichnen ausnehmend hohe Bodenpreise. Vor diesem Hintergrund lässt sich eine weitere Regel formulieren:

2.3 Wirtschaftsentwicklung

Bevölkerungsverdichtung geht einher mit erhöhter wirtschaftlicher Aktivität. Die Wertschöpfung je Flächeneinheit steigt. Wirtschaftlich überdurchschnittlich aktive Räume bewegen Menschen dazu, aus vergleichsweise schwachen Gegenden abzuwandern. Bezogen auf Bodenwerte bedeutet dies, dass eine sich selbst verstärkende Spirale einsetzt:

Diese Schraube funktioniert zumindest solange tatsächliche Einkommensgewinne hinreichen, auftretende Bodenpreissteigerungen auszugleichen. – Regelhaft gar darüber hinaus, da Hoffnungswerte greifen.