Business Improvement Districts

3 Vor- und Nachteile

Interessengemeinschaften von Händlern eignen sich sehr gut für Standortmarketing, die Durchführung von Events und anderer kurzfristiger Aktionen. Sie stoßen jedoch bei der Durchführung von langfristigen Projekten an ihre Grenzen, weil der Organisationsgrad der Interessengemeinschaften meist sehr gering ist und sie nur selten professionell gemanagt werden. Dadurch fehlt meist die finanzielle Grundlage für die Durchführung langfristiger Projekte. Insbesondere wenn es darum geht, den öffentlichen Raum in Einkaufsstraßen neu zu gestalten und die Bereitstellung von öffentlichen Gütern zu koordinieren

Für diese Aufgaben sind BIDs besser geeignet, da durch das Prinzip der zweckgebundenen Abgabe alle von einer Maßnahme zur Umfeldverbesserung begünstigten Geschäftsleute und / oder Grundbesitzer direkt an den Kosten beteiligt werden. Damit wird insbesondere der Anreiz zum Trittbrettfahrertum deutlich eingeschränkt. Jedoch wird in den freiwilligen Interessengemeinschaften in NRW und in den neuen Bundesländern durchweg ein sehr hoher Organisationsgrad erreicht und die Erhebung einer Zwangsabgabe zum großen Teil abgelehnt.

Im Gegensatz zu Interessengemeinschaften kann in Bids eher das sogenannte Prinzipal-Agenten-Problem auftreten, wenn versäumt wurde, eine wirksame Kontrolle, wie z. B. durch einen Lenkungsausschuss, einzurichten.

Im Gegensatz zu Interessengemeinschaften kann in Bids eher das sog. Prinzipal-Agenten-Problem auftreten, wenn versäumt wurde, eine wirksame Kontrolle, wie z. B. durch einen Lenkungsausschuss, einzurichten.

Beim Prinzipal-Agenten-Problem handelt es sich um ein Delegations- bzw. Vertretungsproblem. Der von den Prinzipalen zur Vertretung eingesetzte Agent, welcher die Interessen der Gruppe wahrnehmen soll, kann auch eigene Interessen verfolgen, die im Widerspruch zu den Zielsetzungen der Prinzipale gehen.

Jedoch wird das Prinzipal-Agenten-Problem dadurch eingeschränkt, dass ein konkreter Maßnahmenplan vorliegt.

Im Gegensatz zu Stadtmarketinggesellschaften, die die Interessen der gesamten Stadt vertreten, kann Standortmarketing von BIDs gezielt für einen Standort betrieben werden, dessen Attraktivitätssteigerung auch zu Lasten eines anderen Standortes gehen kann.

Das Konzept der BIDs wurde aus dem Centermanagement von Einkaufszentren entwickelt, welche den Vorteil haben, öffentliche und private Güter aus einer Hand anzubieten. In den Innenstädten jedoch obliegt die Gestaltung des öffentlichen Raumes der Allgemeinheit, bzw. der Kommune. Durch die zunehmende Knappheit öffentlicher Mittel ist die Gestaltung des öffentlichen Raumes hinter dem Notwendigen zurückgeblieben. Diesen Nachteil von Einkaufsstraßen können BIDs zumindest teilweise aufheben, wobei sie die kommunal zu erbringenden Leistungen ergänzen - und nicht ersetzen - sollen.

Literatur

Business Improvement Districts - ein Modell für europäische Geschäftsstraßen? Erste Schritte zur Einbindung von Eigentümern. DSSW-Schriften 47 (2004)