Bewertungshandbuch "Pflegeeinrichtungen" (1)

1.2.3 Altenwohnheim

Senioren in Altenwohnheimen leben in einem abgeschlossenen Appartement. Im Appartement stehen ihnen meist eine Küchenzeile und ein Sanitärraum mit Dusche und WC zur Verfügung. Dadurch wird eine eigene Haushaltsführung ermöglicht. Zusätzlich werden Service- und Betreuungsleistungen angeboten. Es wird in der Regel ein Heimvertrag zwischen Bewohner und Betreiber abgeschlossen.

Das Altenwohnheim unterscheidet sich bezüglich der Immobilienanforderungen kaum von betreutem Wohnen. Entscheidender Unterschied ist, ob der Heimträger den Bewohnern ausschließlich Wohnraum überlässt oder ob sie daneben verpflichtet sind, Verpflegung und weitergehende Betreuungsleistungen von bestimmten Anbietern anzunehmen. Sind die Bewohner verpflichtet diese Zusatzleistungen abzunehmen, gelten die Schutzvorschriften des Heimgesetzes und damit die baulichen und personellen Anforderungen des Heimgesetztes.

1.2.4 Seniorenresidenz

Seniorenresidenzen oder auch Seniorenstifte sind mehrgliedrige Einrichtungen mit gehobener Ausstattung und hotelartigem Charakter, in denen zusätzliche Dienstleistungsangebote vorhanden sind. Es werden altersgerechte Wohnformen, wie Betreutes Wohnen und Pflege vereint. Es wird ein Heimvertrag zwischen Bewohner und Betreiber abgeschlossen.

Seniorenresidenzen sind Betreiberimmobilien und unterliegen dem Heimgesetz. Bei der Bewertung ist die Nachhaltigkeit der erzielbaren Pacht auf Basis der Bilanzen der letzten min. 3 Jahre zu ermitteln.

In der Regel werden die für einen Betreiber notwendigen Erträge über die Pflegestation generiert. Häufig findet deshalb eine wirtschaftliche und eigentumsrechtliche Teilung der Bereiche Betreutes Wohnen und Pflege statt. Das Pflegeheim stellt dann häufig dem Bereich Betreutes Wohnen Serviceleistungen zur Verfügung. Dies sollte bei der Bewertung entsprechend berücksichtigt und eine getrennte Betrachtung der Bereiche Betreutes Wohnen und Stationäre Pflege vorgenommen werden.

1.2.5 Altenpflegeheim

Pflegeheime dienen im Gegensatz zu Betreutem Wohnen der Unterbringung von Menschen, die zu einer eigenen Haushaltsführung nicht mehr in der Lage sind und die eine umfassenden Betreuung und Versorgung rund um die Uhr benötigen. Die Unterbringung erfolgt in Ein- und Zwei-Bettzimmern. Mehrbettzimmer sind nur noch ausnahmsweise zulässig und sind zudem nicht mehr bzw. nur stark eingeschränkt marktgängig. Der Ausstattungsstandard ist in der Regel niedriger als bei Residenzen.

Die Ausstattung in den Zimmern beschränkt sich meist auf einen Sanitärraum, der die speziellen Anforderungen der Pflege berücksichtigt. Kochgelegenheiten in den Zimmern, wie im Betreuten Wohnen sind, hier nicht vorhanden. Erfahrungsgemäß sind Balkone als Ausstattungsmerkmal nicht so entscheidend wie im Betreuten Wohnen und sollten bei Neubauten deshalb aus Kostengründen nicht geplant werden. Die Nahrungszubereitung für die Bewohner erfolgt zentral in einer hauseigenen Küche bzw. wird in kleinen Einrichtungen zentral angeliefert. Zusätzlich sind neben Wäscheräumen, Fäkalspülen, Putzräume und Pflegebäder auf jeder Station vorhanden. Die Zentralbereiche beherbergen zudem Therapieräume evtl. ein Bewegungsbad und einen Speise- / Veranstaltungssaal.