Bewertungshandbuch "Pflegeeinrichtungen" (3)

1.2 Standortanalyse

Grundsätzlich sind Standorte in zentralen Orten günstiger als in ländlichen Regionen zu beurteilen. Zentrale Orte bieten gegenüber den ländlichen Lagen eine deutlich bessere Infrastruktur, was die Erreichbarkeit der Pflegeheime durch Angehörige mit dem Auto oder ÖPNV erhöht, aber auch die Nahversorgung betrifft. Dabei ist als zentraler Ort ein Standort zu verstehen, der für das Einzugsgebiet aufgrund der Verkehrsanbindung, vorhandenen Behörden, des Einzelhandels und sonstiger öffentlicher Einrichtungen (Schulen, Krankenhaus usw.) eine zentrale Funktion aufweist. Der Standort kann dabei als Stadt, Gemeinde aber auch Stadt- bzw. Ortsteil verstanden werden.

Bei einer Einrichtungsgröße von 80 bis 100 Betten sollte die Einwohnerzahl im Einzugsgebiet dabei nicht deutlich unter 10.000 Einwohner sinken, da ansonsten nicht genügend Einwohnerpotential für einen nachhaltigen Betrieb der Einrichtung vorhanden ist. Bestehen bereits Konkurrenzobjekte muss die Einwohnerzahl effektiv größer sein.

Nicht nur für Besucher sondern auch für die nicht bettlägerigen Bewohner ist es von wesentlicher Bedeutung, dass sich Einkaufs- und Versorgungsmöglichkeiten in unmittelbarer Umgebung befinden. Hierunter sind insbesondere kleine Geschäfte wie Bäcker, Metzger, Cafes, Friseure, Blumenläden, und Apotheken zu verstehen und keine Supermärkte. Zusätzlich sollten auch Arztpraxen in der unmittelbaren Umgebung zu finden sein.

Zur leichteren Erreichbarkeit dieser Versorgungseinrichtungen sollten im Bereich des Pflegeheimes rollstuhlgerechte Straßenübergänge (Zebrastreifen, Fußgängerüberwege) vorhanden sein. Zudem ist es von Vorteil, wenn das Heim eigene entsprechend gesicherte Grünflächen aufweisen kann. Diese bieten den Heimbewohnern oft die einzige Möglichkeit ungestört spazieren zu gehen. Ist kein eigener Garten vorhanden, so sollte doch zumindest ein öffentlicher Park in der unmittelbaren Umgebung vorhanden sein. Besonders bei der Betreuung Demenzkranker, die einen starken Bewegungsdrang haben, sind großzügige und gesicherte Freiflächen wichtig.

Umfragen unter Senioren ergaben, dass diese, wenn möglich, zu Hause in der gewohnten Umgebung und im gewohnten und gewachsenen sozialen Umfeld alt werden möchten. Aus diesem Grund sind Altenpflegeheime möglichst quartiersbezogen zu entwickeln.

Nicht vergessen werden sollte, dass auch pflegebedürftige Personen akut erkranken können. Deshalb ist es von Vorteil, wenn sich in der Nähe des Pflegeheimes ein Krankenhaus / Klinikum befindet, wohin die Bewohner bei Bedarf auf kurzen Wegen verlegt werden können.

Um die Investitionskosten gering zu halten und eine einfache barrierefreie Erschließung zu gewährleisten sind zudem ebene Grundstücke denen in Hanglage vorzuziehen.

Wesentliche Standortfaktoren sind somit:

Makrolage

Mikrolage