Betriebsformenmix: Erfolgs- und Wertfaktor

Folgender Artikel greift ein in anderen Beiträgen dieses Portals bereits mehr oder minder ausführlich diskutiertes Thema auf, beleuchtet es jedoch aus einem anderen Blickwinkel, vertieft und verdichtet gewonnene Erkenntnisse. Inhaltlich verwandte Beiträge sind links in der Navigationsspalte aufgelistet, eingefügte Verweise gestatten es, weiterführende Informationen abzurufen. Wie andere jüngere Artikel im Immobilien-Kosmos kommt auch dieser stellenweise journalistischer getönt daher, als es Anhängern streng wissenschaftlicher Linien lieb sein dürfte. Auch folgt er einer erfahrungsbasierten Gliederungslogik, die universitären Kreisen hier und da eigenwillig erscheinen mag.

1 Intro

Die Anziehungskraft von Einzelhandelslagen bzw. handelsgeprägten Zentren bestimmt sich maßgeblich nach deren jeweiligem Angebot, also dem bestehenden Branchenbesatz. Neben dessen Breite und Tiefe spielt der Betriebsformenmix, gleichsam die konzeptionelle "Verpackung" gebotener Sortimente eine wichtige Rolle. Beide Faktoren stellen Schlüsselgrößen hinsichtlich der wettbewerblichen Stellung gewachsener wie am Reißbrett entwickelter Zentren dar.

2 Betriebsform - Definition

Einzelhandelsbetriebsformen sind materielle Ausdrucksformen vertrieblicher Konzepte, deren jeweilige Umsetzung an Mindestbetriebsgrößen bzw. Flächenspannen und besondere Standorterfordernisse gebunden ist. Beispielsweise lassen verschiedene Betriebsformen unterschiedlich stark entwickelte Agglomerationsbedürfnisse erkennen.

Die englische Entsprechung des deutschen Begriffs "Betriebsform" ist "retail format". Rückübersetzt bedeutet er "Einzelhandelsformat"; unschwer ersichtlich, hebt der Begriff inhaltlich zuvorderst auf Größen- bzw. Flächenaspekte ab.

Betriebsformen werden häufig fälschlich mit Betriebstypen gleichgesetzt. Letztere stellen jedoch lediglich Spielarten bzw. branchengebundene Ausprägungen jeweiliger Betriebsformen dar. So sind Bekleidungs- oder Sportartikelgeschäfte Betriebstypen, deren Vertrieb über die Betriebsformen Kaufhaus, Fachmarkt oder Fachgeschäft erfolgen kann.

3 Autonomiegrade

Innerhalb des Betriebsformenspektrums sind gleichsam selbstgenügsame betriebliche Einheiten und Verbundformen einzelner Betriebe zu unterscheiden. Wiederum kommt diesbezüglich das Größenmoment ins Spiel: Grundsätzlich erhöht sich die einzelbetriebliche Zugkraft - unter ansonsten gleichen Rahmenbedingungen - mit zunehmender Verkaufsfläche jeweiliger Einheiten. Diesbezüglich bestehen selbstredend "Sprungschwellen": Zwischen Geschäften mit 100 qm und 150 qm Verkaufsfläche besteht kein nennenswerter Attraktivitätsunterschied, zwischen Einheiten mit 100 qm und 1.000 qm hingegen ein gewaltiger. Oder: Ob ein Supermarkt 600 qm oder 700 qm Angebotsfläche besitzt, macht kaum einen entscheidenden Unterschied, während sich Differenzen von 400 qm oder 500 qm in eine erhebliche voneinander abweichende Zugkraft übersetzen.