Bauingenieurwesen - Aufgabenfelder

Folgender Kurzbeitrag - ein weiterer "kosmischer Splitter" - erschließt Einblicke in ein von vielfältigen Aufgaben und hoher Verantwortung gekennzeichnetes Berufsfeld.

Begriffsklärung "Ingenieur"

Das Ingenieurwesen blickt auf eine gut 6.000 Jahre in die Vergangenheit reichende Geschichte zurück. Der Begriff des "Ingenieurs" kam hingegen vergleichsweise spät auf. Wie die "Logistik" entstammt er dem militärischen Sprachgebrauch. Der "Ingenieur" findet sich erstmals in Urkunden aus dem 11. Jahrhundert unter den Bezeichnungen "ingeniator", "engignor" und anderen Schreibweisen erwähnt. Im späten Mittelalter verbreiteten sich die Begriffe "ingegnere" (im Italienischen) und "ingénieur" (im Französischen). Die Begriffe leiten sich vom lateinischen Wort "ingenium" ab, das sich mit "Begabung", "Einfallsreichtum", "Fähigkeit", "schöpferischer Geist", "scharfer Verstand" usw. übersetzen lässt. Ursprünglich war der Begriff auf Spezialisten gemünzt, die sich darauf verstanden, Belagerungsgeräte herzustellen. Im deutschsprachigen Raum war der Begriff lange ein Synonym für "Kriegsbaumeister". Mehr und mehr bürgerte sich ein allgemeineres Begriffsverständnis ein, das Menschen bezeichnete, die fähig waren, anspruchsvolle technische Lösungen im Bereich militärischer wie ziviler Zweckbauwerke zu ersinnen und deren Umsetzung zu begleiten. Ingenieure verantworteten somit zuvorderst rein technische, auf mathematischen Grundlagen und physikalischem Verständnis beruhende Vorhaben bzw. solche, in denen ästhetische Gesichtspunkte allenfalls nachrangig bedeutsam waren. Ihre Arbeit bezog sich auf die Entwicklung und den Bau von Festungsanlagen, Straßen, Brücken, Kanälen, Wasserschutzbauwerken usw.

Bauingenieurwesen - Aufgabenfelder

Das im Lauf der Zeit erweiterte Verständnis von "Ingenieur" blieb im Wesentlichen gültig. Allerdings verschoben sich die Gewichte zugunsten ziviler Tätigkeitsfelder. Das moderne Bauingenieurwesen befasst sich mit der Planung und Konstruktion von Bauwerken sowie der Entwicklung und Umsetzung technischer Lösungen im Zuge der Bauwerkserhaltung und -sanierung. Unter dem Mantel dieser kurzen "Leistungsbeschreibung" verbirgt sich eine Vielzahl theoretisch wie praktisch basierter Einzelaufgaben. Letztlich sind Bauingenieure in zahlreichen bauwirtschaftlichen Teilgebieten gefordert. Ausschnitthaft abgebildet umfasst das berufliche Tätigkeitsspektrum folgende, vielfältig und eng miteinander verflochtene Bereiche:

In oben skizzierten Disziplinen übernehmen Bauingenieure Tätigkeiten in den Bereichen Baubetriebsorganisation und Bauleitung und arbeiten - um nur einen weiteren Bereich zu nennen - in der Grundlagenforschung (Bauphysik, Bauchemie, Baustoffkunde, Baustoffprüfung).

Abschließende Bemerkung

Bauingenineure stehen für bzw. hinter den großen baulichen Leistungen der Menschheit. Anders als Architekten, denen ein Ruf anhaftet, sich als Künstler zu begreifen, widmen sie sich vorrangig funktionalen Themen. Gleichwohl spielen ästhetische Momente mittelbar eine größere Rolle, als die oben vorgenommene skizzenhafte Beschreibung ihres beruflichen Leistungspektrums erwarten lässt. Spektakuläre Beispiele bieten Brücken, deren größere Vertreter landschaftsprägenden Charakter entfalten, ja vielfach zu weltweit bekannten Wahrzeichen wurden und werden. Dies gilt auch bezogen auf Türme. Und - durch Architektenleistungen gleichsam camoufliert - für Wolkenkratzer, deren Äußeres unübersehbar ingenieurbauliches Können spiegelt.