Assetmanagement im Lebenszyklus von Immobilien (1)

2.4 Verwertungsphase

Hat die Immobilie das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht, stellt sich die Frage der Verwertung. Hier gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Möglichkeiten:

Der Abriss eines Gebäudes und dessen Entsorgung sind mittlerweile komplexe und kostenträchtige Maßnahmen. Aus Umweltschutzgründen stellt Bauschutt sehr oft belastetes Material dar, das auf spezielle Art und Weise entsorgt werden muss. Die Beseitigung ist entsprechend kostenintensiv.

Soll das Bestandsgebäude dagegen erhalten bleiben und einer neuen Nutzung zugeführt werden, ist eine umfangreiche Revitalisierung der Immobilie erforderlich. Von der Teilmodernisierung angefangen bis hin zur kompletten Entkernung sind hier unterschiedlichste Grade vorstellbar.

Was im Einzelnen zu tun ist, hängt u.a. von der Qualität der vorhandenen Bausubstanz, der technischen Güte und Ausstattung, der künftigen Nutzung, Marktfähigkeit usw. ab. Auch die vorhandene Grundstückssituation und der umliegende Bestand spielen bei der Entscheidungsfindung eine wichtige Rolle.

Ähnlich wie in der Entwicklungs- und Planungsphase kann das Asset Management auch hier wieder wichtige Beiträge liefern. Es wird in diesem Entscheidungsprozess üblicher Weise nicht federführend tätig werden, sondern nur unterstützend mitwirken. Das Asset Management kennt die Immobilie bereits aus dem laufenden Betrieb und ist mit dem Standort vertraut. Es verfügt über die notwendige Kenntnis des Marktes und kann daher am ehesten beurteilen, welche Form der Verwertung bzw. Umnutzung die größten Marktchancen am konkreten Standort bietet. Auf dieses Know How sollten Investoren in der Verwertungsphase nicht verzichtet.