Architekten – eine aussterbende Art?

4 Aufgabengebiete konkret

Wie im Vorkapitel angerissen, sind Architekten in zahlreichen immobilienwirtschaftlichen Feldern aktiv. – Ohne die meisten davon ausschließlich zu beackern. Und, um Illusionen vorzubeugen, größere Vorhaben werden allenfalls ausnahmsweise von einem Architekten allein begleitet. Großvolumige Aufträge gehen regelhaft an Architekturbüros, die zumeist eine hochgradig arbeitsteilige innere Organisation kennzeichnet. Beispiele bieten marktführende, im Bereich der Planung Einkaufzentren aktive Unternehmen. Eines der europaweit ganz großen aus diesem Segment beschäftigt Heerscharen ausgebildeter Architekten. Angesichts schablonenhaft multiplizierter Objekte verwundert dieser Fakt zunächst. Andererseits illustriert er, dass Architekten vielfältig einsetzbar sind – und das vermutlich zu minimalen Gehältern. Doch streichen wir die letzte, die desillusionierende Feststellung und beleuchten die Aufgaben, mit denen Architekten befasst sind und – sofern sie Glück haben und / oder gut vernetzt sind – gegen klingende Münze betraut werden. In Stichworte gefasst ergibt sich folgender Leistungsfächer:

Bauplanungsphase

Bauphase

Aufgaben über den Bauprozess hinweg

Gebäudebetriebsphase

Abseits dieser auftragsbezogenen Tätigkeiten arbeiten Architekten im öffentlichen Planungs- und Genehmigungswesen (Bauämter), forschen und arbeiten – auf dass ihre "Zunft" erhalten bleibe – in der Lehre (Universitäten, Fachhochschulen).

5 Ausblick

Der im letzten Satz des Vorkapitels zu lesende Einschub klingt aufreizend, doch scheint es dem Verfasser so zu sein, dass sich das Berufsbild, dass sich die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit des Architekten mehr und mehr in historischen Dimensionen verliert, in kunstgeschichtlichen Gefilden gleichsam. Im alltäglichen, von handfesten ökonomischen Interessen und technischen Erfordernissen geprägten Wettbewerb gewinnen Bauingenieure aller Voraussicht nach weiterhin an Boden. Das besagt keineswegs, dass der Architektenberuf überflüssig würde. Die Zahl wirtschaftlich überlebensfähiger freier Architekten und tragfähiger Architekturbüros dürfte sich künftig jedoch verringern.