1 Intro
Größere Handelsprojekte entfachen hierzulande stets aufs Neue die Diskussion um Sinn und Berechtigung dieses oder jenes Planungsansatzes. Viele Auseinandersetzungen wirken dogmatisch geprägt. Jede Meinung ist deshalb mit Vorsicht zu genießen: Warum etwa ein zwischen zwei Städten angesiedeltes Einkaufszentrum grundsätzlich schlecht ist, je eines in der Mitte von beiden gut, leuchtet nicht ohne weiteres ein. Oder: Wie sinnig ist es, einen ideal zwischen mehreren Stadtteilen (die allesamt keine zeitgemäße Grundversorgung bieten) ansiedlungsfähigen Verbrauchermarkt paragraphentreu abzulehnen? - Unter Verweis auf beeinträchtigte Entwicklungschancen eines Stadtteilzentrums, dessen Versorgungsfunktion seit Jahren oder gar Jahrzehnten unaufhaltsam zerfasert?
Dieser Beitrag stellt vier "reine" Planungsansätze gerafft dar, skizziert Für und Wider.
2 Planungsansätze
2.1 Konservierung
Dieser Weg kann auch als Status-Quo- oder Fossilierungsansatz bezeichnet werden.
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Ziele / Vorstellungen
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- Bewahrung überlieferter Nutzungsmuster bzw. Handelsnetzstrukturen
- Meist Erhalt mittelständischer Angebotstrukturen
- Besitzstandswahrung einzelner Betriebe (unausgesprochen)
- Standorttreue der Betriebe auf der Mikroebene
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Haltung / Vorbedingungen
Kommune
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- Die Leistungsfähigkeit des Handelsnetzes wird als ausreichend erachtet, eine Weiterentwicklung, ein Ausbau als unnötig betrachtet
- Entweder liegt eine defensive und / oder eine
- mustergültig mit Nachbargemeinden abgestimmte Entwicklungsplanung vor
- Die Genehmigung neuer Handelsobjekte in Randlagen wird ausgeschlossen
- Eingesessene Handelsunternehmen erhalten mittelbar einen planungstechnisch zugestandenen Bestandsschutz
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Händlerschaft
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- Konkurrenzausschlussdenken
- Einzelbetriebliche Anstrengungen und Maßnahmen zum Erhalt der erarbeiteten Wettbewerbsstellung
- Enge Zusammenarbeit der Händler (Werbegemeinschaft, einheitliche Öffnungszeiten etc.)
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Mögliche Vorteile
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- Die Händler bedürfen zeitweilig vergleichsweise geringer unternehmerischer Fähigkeiten
- Die gewohnte innerörtliche Beschaulichkeit bleibt erhalten, eingeschliffene Bewegungsmuster, gewohnte Orientierungsrahmen bestehen fort
- Geringer Planungsaufwand, verhältnismäßig geringer Mitteleinsatz zwecks Attraktivitätssteigerung überkommener Handelslagen
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Mögliche Nachteile
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- Unternehmerische Minimalanforderungen
- Fortschreibung netzstruktureller und einzelbetrieblicher Unzulänglichkeiten
- Aus Kundensicht rückständige Angebotsstruktur
- Inkaufnahme quantitativer wie qualitativer Versorgungslücken
- Geringe Investitionen in bestehende Bausubstanzen
- Schrittweise abnehmende Wettbewerbsfähigkeit des Ortes im Rahmen des großräumigen Handelsgefüges
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